Schönen Guten Morgen! ✌🏻
Manchmal schaut man auf eine Zahl und denkt: Das kann doch eigentlich gar nicht sein. Heute ist 31 so eine Zahl für mich. 🧡
Hier ist Jürgen – Zeit für den Morgenblick!
Heute ist Sonntag, der 4. Oktober 2026.
Heute vor 31 Jahren habe ich meinen heutigen Ehemann kennengelernt.
Ich war 20.
Und wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass ich 31 Jahre später an einem Sonntagmorgen dasitzen und diesen Satz schreiben würde, hätte ich vermutlich nicht gewusst, was ich darauf antworten soll.
Wie auch?
Mit 20 sind 31 Jahre keine überschaubare Zeitspanne.
Sie sind gefühlt ein anderes Leben.
Man denkt vielleicht an nächste Woche. An den nächsten Urlaub. An den nächsten Sommer. Vielleicht auch ein paar Jahre weiter. Aber drei Jahrzehnte?
Wie soll man sich mit 20 vorstellen, wer man mit 51 sein wird?
Und erst recht, wer dann noch neben einem sein wird.
Wir wussten damals nicht, was alles kommen würde.
Natürlich nicht.
Wir wussten nicht, welche Entscheidungen wir treffen würden. Wo wir einmal leben. Wie wir uns verändern. Welche schönen Zeiten kommen würden und welche schwierigen.
Wir wussten nicht, worüber wir einmal lachen würden, worüber wir uns streiten, welche Sorgen uns beschäftigen und welche Erinnerungen wir irgendwann gemeinsam haben würden.
Wir wussten nur:
Da ist jemand.
Und offenbar war das für den Anfang genug.
Aus Tagen wurden Wochen. Aus Wochen Monate. Aus Monaten Jahre.
Und irgendwann zählt man nicht mehr, wie lange man zusammen ist. Man lebt einfach.
Das finde ich im Rückblick vielleicht am erstaunlichsten.
31 Jahre Beziehung bestehen schließlich nicht aus 31 Jahrestagen.
Sie bestehen aus all den vollkommen normalen Tagen dazwischen.
Aus Frühstück.
Einkaufen.
Arbeit.
Urlaub.
Terminen.
Abenden auf dem Sofa.
Gesprächen.
Schweigen.
Lachen.
Genervtsein.
Plänen.
Veränderungen.
Und vermutlich aus sehr vielen Sätzen wie:
„Was essen wir heute?“
😂
Liebe über so eine lange Zeit ist eben nicht jeden Tag großes Kino.
Zum Glück.
Das wäre auf Dauer wahrscheinlich ziemlich anstrengend.
Sie ist viel häufiger Alltag.
Aber vielleicht liegt gerade darin etwas Besonderes.
Ein Mensch wird irgendwann nicht mehr nur jemand, den man liebt. Er wird Teil des eigenen Lebens. Teil der eigenen Geschichte.
Wenn ich heute an meine Zwanziger denke, ist Werner da.
Wenn ich an meine Dreißiger denke, ist Werner da.
Meine Vierziger?
Werner.
Und jetzt bin ich 51.
Immer noch Werner.
🧡
Natürlich sind wir heute nicht mehr dieselben beiden Männer wie 1995.
Wie sollten wir auch?
31 Jahre verändern einen Menschen. Das Leben verändert einen Menschen.
Und eine lange Beziehung bedeutet vermutlich auch nicht, 31 Jahre lang mit exakt demselben Menschen zusammenzubleiben.
Vielleicht bedeutet sie vielmehr, immer wieder den Menschen kennenzulernen, zu dem der andere gerade wird.
Und selbst ebenfalls nicht stehenzubleiben.
Man verändert sich nebeneinander.
Manchmal miteinander.
Manchmal wahrscheinlich auch in unterschiedliche Richtungen – und findet anschließend wieder zueinander.
Wenn ich heute zurückblicke, fühlen sich diese 31 Jahre gleichzeitig unglaublich lang und erstaunlich kurz an.
31 Jahre.
Verdammt viel Leben.
Und trotzdem kann ich mich an Dinge erinnern, als wären sie erst vor ein paar Jahren gewesen.
Vielleicht ist das überhaupt eines der merkwürdigsten Dinge am Älterwerden: Zahlen werden größer, aber das eigene Leben fühlt sich von innen gar nicht so lang an.
Man ist schließlich jeden einzelnen Tag dabei.
Es gibt keinen Zeitsprung.
Und dann kommt so ein Datum.
Man rechnet kurz nach.
Und denkt:
Wow. 31 Jahre.
Heute möchte ich daraus gar keine große Weisheit über Beziehungen machen.
Dafür sind Beziehungen viel zu unterschiedlich.
Ich kann nur über unsere sprechen.
Und bei der denke ich heute vor allem:
Wie gut, dass der 20-jährige Jürgen damals keine Ahnung hatte, was in den nächsten 31 Jahren alles passieren würde.
Er musste es auch nicht wissen.
Er musste nur diesen einen Mann kennenlernen.
Den Rest haben wir dann unterwegs gemacht. 🧡
💡 Tipp des Tages:
Wenn es einen Menschen gibt, der schon lange durch Dein Leben geht, denk heute einmal daran, wie viel gemeinsamer Alltag inzwischen zwischen dem ersten Kennenlernen und heute liegt. Manchmal merkt man erst beim Zurückschauen, wie groß etwas geworden ist.
Komm gut in diesen Sonntag.
Und an meinen Mann: Schön, dass Du immer noch da bist. 🧡
Man liest sich.
Jürgen
PS:
31 Jahre – und wir müssen vermutlich immer noch regelmäßig klären, was wir essen. Manche Dinge überdauern eben wirklich jede Beziehungsepoche. 😂🧡
—
Der Morgenblick ist mein täglicher Gruß an Dich.
Und wenn Du magst, geht’s auf @jkpertl weiter.
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