Schönen Guten Morgen! ✌🏻
Heute beginnt das Oktoberfest. Höchste Zeit also, über Männer in Lederhosen zu sprechen. Und nein: Nicht jedem steht eine. 😂
Hier ist Jürgen – Zeit für den Morgenblick!
Heute ist Samstag, der 19. September 2026.

Man kann ihnen derzeit in Bayern kaum entkommen. Männern in Tracht. Und ich beobachte sie gerne. Nicht unbedingt wegen der Lederhose selbst. Sondern weil es inzwischen erstaunlich viele Möglichkeiten gibt, eine Lederhose zu tragen.

Da wäre zunächst der Klassiker.

Lederhose.
Hemd.
Haferlschuhe.
Strümpfe.
Vielleicht noch eine Weste.
Alles passt zusammen.
Alles wirkt, als hätte sich jemand tatsächlich Gedanken darüber gemacht.
Kann sehr gut aussehen.

Dann kommt der Mann mit:
Lederhose.
T-Shirt.
Sneakern.
Vielleicht noch Baseballcap.
Sozusagen: Tradition trifft Samstagmittag in der Fußgängerzone. 😂

Auch das kann funktionieren.

Dann gibt es Lederhosen in Braun.
Schwarz.
Grau.
Sehr hell.
Sehr dunkel.
Mit Stickereien.
Ohne Stickereien.
Schlicht.
Aufwendig.
Neu.
Alt.
Kurz.
Noch kürzer.

Und natürlich gibt es inzwischen Varianten, bei denen man kurz überlegen muss: Ist das noch Tracht oder schon Spezialeffekt?

Blinkende Elemente.
Auffällige Farben.
Motive.
Accessoires, die vermutlich selbst auf der Wiesn noch aus 200 Metern Entfernung zu erkennen sind.
Manchmal fehlt eigentlich nur noch eine eingebaute Nebelmaschine. 😂

Und genau da wird es interessant.
Denn Tracht hat natürlich mit Tradition zu tun.
Mit Region.
Mit Geschichte.
Mit Handwerk.

Und gute Tracht kann unglaublich schön sein. Gerade dann, wenn sie nicht danach schreit: Schau her! Ich bin bayerisch! Aber rund um das Oktoberfest passiert mit Tracht manchmal etwas anderes. Sie wird zum Kostüm. Zum Event-Outfit.

Einmal im Jahr wird die Lederhose hervorgeholt – oder schnell noch eine gekauft – weil man offenbar glaubt, ohne sie gar nicht erst nach München fahren zu dürfen. Und da möchte ich etwas sagen, das in Bayern möglicherweise gewagt klingt: Man muss keine Lederhose tragen. Nicht einmal hier. 😄

Vor allem nicht, wenn man sich darin überhaupt nicht wohlfühlt. Denn – jetzt kommt der zweite möglicherweise gefährliche Satz: Nicht jedem Mann steht eine Lederhose. So. Jetzt ist es raus. Aber das gilt übrigens auch für Skinny Jeans. Tank Tops. Anzüge. Rollkragenpullover. Und vermutlich für ungefähr jedes Kleidungsstück, das jemals erfunden wurde.

Das ist keine Beleidigung.
Das ist Stil.

Kleidung funktioniert nicht automatisch deshalb, weil sie gerade irgendwo dazugehört. Sie funktioniert dann, wenn sie zum Mann passt, der darin steckt. Und vielleicht ist genau das mein Problem mit manchen Wiesn-Outfits. Man sieht nicht zuerst den Mann. Man sieht zuerst: Ich gehe heute aufs Oktoberfest.

Die Lederhose sitzt irgendwie. Das Hemd wurde offenbar gemeinsam mit einem Party-Paket bestellt. Dazu irgendwelche Sneaker. Und fertig ist das vermeintlich bayerische Pflichtprogramm. Dabei kann Tracht so viel schöner sein.

Eine gute Lederhose.
Ein schlichtes Hemd.
Vielleicht eine schöne Weste.
Gute Schuhe.
Oder eben gar keine Tracht.

Eine Jeans kann vollkommen ausreichend sein. Ein gutes Shirt auch. Denn niemand wird weniger bayerisch, nur weil seine Knie heute bedeckt bleiben. 😂

Und vielleicht sollten wir sowieso weniger darüber nachdenken, was man zu bestimmten Anlässen angeblich tragen muss.

Wenn Du Tracht liebst: Trag sie.
Wenn Du eine Lederhose besitzt, die seit Jahren zu Dir gehört: Großartig.
Wenn Du Spaß daran hast, Tradition modern zu kombinieren: Probier es aus.
Und wenn Du bei Lederhosen denkst: Nein. Einfach nein. Dann geh eben ohne.

Tradition darf verbinden. Sie muss uns aber nicht verkleiden. Und Stil beginnt für mich sowieso dort, wo ein Mann nicht nur etwas anzieht, weil alle anderen es auch tragen. Sondern weil er sich darin gerne selbst anschaut. Auch wenn heute Tausende Lederhosen unterwegs sein werden.
Mit Haferlschuhen.
Mit Sneakern.
Mit T-Shirt.
Mit Weste.

Und möglicherweise blinkt irgendwo tatsächlich eine. Falls Du so eine siehst: Bitte schau für mich noch einmal hin. Ich möchte wissen, ob die Nebelmaschine inzwischen serienmäßig dabei ist. 😂

💡 Tipp des Tages:
Wenn Du Tracht trägst, trag sie so, dass Du Dich darin wohlfühlst – nicht weil irgendein vermeintlicher Wiesn-Dresscode es verlangt. Und wenn Tracht überhaupt nicht Deins ist: Auch gut. Kleidung darf zu Dir passen und nicht umgekehrt.

Komm gut in diesen Samstag – ob mit Lederhose, Jeans, Sneakern oder ganz ohne Wiesn.

Man liest sich.
Jürgen

PS:
Sollte heute irgendwo eine blinkende Lederhose an mir vorbeilaufen, werde ich selbstverständlich recherchieren. Rein journalistisches Interesse. 😂

Der Morgenblick ist mein täglicher Gruß an Dich.
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