Schönen Guten Morgen! ✌🏻
Heute ist Feiertag. Einer, dessen Geschichte noch gar nicht so lange zurückliegt – auch wenn es sich manchmal so anfühlt. 🇩🇪
Hier ist Jürgen – Zeit für den Morgenblick!
Heute ist Samstag, der 3. Oktober 2026.

Tag der Deutschen Einheit.

Ich war 15 Jahre alt, als Deutschland am 3. Oktober 1990 wiedervereinigt wurde.

36 Jahre ist das inzwischen her.

Allein diese Zahl muss ich gerade einen Moment wirken lassen. Denn natürlich erinnere ich mich an die Zeit, in der es zwei deutsche Staaten gab. An die DDR. An die Mauer. An Nachrichtenbilder und an eine Grenze, die für mich als Jugendlicher zwar weit weg war, aber trotzdem ganz selbstverständlich zu Deutschland gehörte.

Und dann war sie plötzlich weg.

Heute ist es für uns vollkommen normal, nach Leipzig, Dresden oder Erfurt zu fahren. Berlin ist Hauptstadt eines vereinten Deutschlands. Menschen ziehen von Bayern nach Sachsen, von Thüringen nach Hamburg oder von Brandenburg nach Baden-Württemberg. Sie verlieben sich, arbeiten miteinander, gründen Familien und leben ihr Leben.

Dass mitten durch dieses Land einmal eine Grenze verlief, wirkt dadurch manchmal erstaunlich weit entfernt.

Dabei liegt diese Zeit innerhalb meines eigenen Lebens.

Vielleicht ist genau das etwas, woran ein Tag wie heute erinnern kann.

Geschichte ist nicht immer etwas, das nur in alten Büchern stattgefunden hat. Manchmal hat man selbst vor dem Fernseher gesessen, während sie geschrieben wurde.

Und natürlich war mit dem 3. Oktober 1990 nicht plötzlich alles erledigt.

Aus zwei Staaten wurde ein gemeinsames Deutschland. Aber Menschen bringen ihre Geschichten mit. Ihre Erfahrungen, ihre Erinnerungen, ihre Familiengeschichten und auch das, was sie in den Jahrzehnten zuvor geprägt hat.

Das verschwindet nicht um Mitternacht, nur weil sich eine Grenze verändert.

Vielleicht muss es das auch gar nicht.

Denn Einheit bedeutet für mich nicht, dass alle dieselbe Geschichte haben müssen.

Zusammengehören und gleich sein sind zwei unterschiedliche Dinge.

Das gilt vermutlich nicht nur für ein Land.

Wir können unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben, unterschiedlich aufgewachsen sein und manche Dinge vollkommen anders sehen – und trotzdem etwas miteinander teilen.

Vielleicht ist Zusammenwachsen deshalb auch nichts, was irgendwann mit einem großen Haken als „erledigt“ markiert werden kann.

Es passiert im Alltag.

Wenn Menschen einander kennenlernen. Wenn aus „die dort“ irgendwann Namen und Gesichter werden. Wenn Freundschaften entstehen. Wenn man miteinander arbeitet, diskutiert, lacht und manchmal auch streitet.

Einheit wird dann weniger zu einem historischen Datum und mehr zu etwas, das Menschen miteinander leben.

Für viele Jüngere ist die deutsche Teilung heute ohnehin Geschichte. Wer nach 1990 geboren wurde, kennt ein geteiltes Deutschland nur aus Erzählungen, Bildern, Filmen oder dem Geschichtsunterricht.

Ich finde diesen Gedanken bemerkenswert.

Für mich gab es dieses andere Deutschland noch.

Und heute sitze ich hier, bin 51 und schreibe am 36. Jahrestag der Deutschen Einheit darüber.

Verdammt.

Manchmal merkt man sein Alter wirklich an sehr ungewöhnlichen Dingen. 😂

Und weil wir beim Morgenblick sind, muss natürlich noch etwas anderes gesagt werden:

Dass ein bundesweiter Feiertag 2026 ausgerechnet auf einen Samstag fällt, hätte man organisatorisch wirklich besser lösen können.

Ich möchte mich da gar nicht beschweren.

Ich möchte es lediglich zu Protokoll geben. 😂

Aber vielleicht braucht ein Feiertag auch gar nicht immer einen freien Arbeitstag, um einen Sinn zu haben.

Vielleicht reicht manchmal dieser kurze Moment, in dem man sich bewusst macht, warum es ihn überhaupt gibt.

Heute erinnert uns dieser Tag daran, dass unser Land einmal geteilt war.

Dass Menschen diese Teilung überwunden haben.

Und dass aus unterschiedlichen Geschichten eine gemeinsame Zukunft entstehen kann, ohne dass dafür alle Unterschiede verschwinden müssen.

Ein Land. Und trotzdem viele Geschichten.

Vielleicht ist das gar kein Widerspruch.

Vielleicht ist genau das Einheit.

💡 Tipp des Tages:
Nimm Dir heute irgendwann einen Moment und schau Dir ein Bild vom 3. Oktober 1990 an. 36 Jahre sind historisch keine besonders lange Zeit – und trotzdem hat sich seitdem unglaublich viel verändert.

Komm gut in diesen Samstag – und hab einen schönen Tag der Deutschen Einheit.

Man liest sich.
Jürgen

PS:
Dass der Feiertag dieses Jahr auf einen Samstag fällt, habe ich erwähnt. Ich möchte nur sicherstellen, dass dieser organisatorische Missstand ausreichend dokumentiert ist. 😂

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