Bildhinweis: KI-generierte Illustration. Gestaltung: maennerformat.
- 18 Prozent der Befragten im Alter ab 18 Jahren haben beim Arztbesuch schon einmal aus Scham, Peinlichkeit oder Misstrauen bestimmte Themen nicht angesprochen. Unter männlichen Patienten waren es 13 und unter Patientinnen 23 Prozent.
- Unter den 18- bis 29-Jährigen haben 28 Prozent bestimmte Themen verschwiegen. Mit zunehmendem Alter wird der Anteil geringer.
- 28 Prozent sagten, sie hätten Schwierigkeiten, Beziehungs- und Partnerschaftsprobleme bei einem Arztbesuch anzusprechen, unabhängig davon, ob eine solche Situation bereits eingetreten ist. Bei Sexualgesundheit und sexuellen Problemen sagten dies 25 Prozent.
- BARMER-Chef Straub: „Falsche Scham kann negative Folgen für den Behandlungsverlauf mit sich bringen und den Behandlungserfolg beeinträchtigen. Es besteht kein Anlass, bestimmte Beschwerden zu verschweigen. Das Arzt-Patientenverhältnis ist geschützt, es unterliegt aus gutem Grund der ärztlichen Schweigepflicht.“
18 Prozent der Bevölkerung in Deutschland haben beim Arzt schon einmal gesundheitliche Probleme oder Beschwerden aus Scham, Peinlichkeit oder Misstrauen nicht angesprochen. Das geht aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der BARMER hervor. Demnach haben 23 Prozent der Patientinnen und 13 Prozent der Patienten bestimmte Themen nicht angesprochen. „Falsche Scham kann negative Folgen für den Behandlungsverlauf mit sich bringen und den Behandlungserfolg beeinträchtigen. Es besteht kein Anlass, bestimmte Beschwerden zu verschweigen. Das Arzt-Patientenverhältnis ist geschützt, es unterliegt aus gutem Grund der ärztlichen Schweigepflicht“, sagt Prof. Dr. med. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER.
Scham bei jungen Menschen am größten
Wie aus der Forsa-Umfrage weiter hervorgeht, haben gerade junge Menschen die größten Probleme, beim Arzt bestimmte Themen anzusprechen. In der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen haben nach eigenen Angaben 28 Prozent Beschwerden verschwiegen. Dieser Anteil wird mit zunehmendem Alter immer geringer. Bei Personen ab 60 Jahren war dies nur noch bei 13 Prozent der Fall. „Junge Menschen haben in der Regel noch nicht so viel Kontakt mit Ärzten. Dieser steigt mit zunehmendem Alter. Dadurch kann eine Vertrauensbasis entstehen, die das Ansprechen bestimmter Beschwerden erleichtert“, so BARMER-Chef Straub.
Beziehungs- und Sexualprobleme als größte mögliche Tabuthemen
Laut der Umfrage für die BARMER sagten 28 Prozent, sie hätten Schwierigkeiten, Beziehungs- und Partnerschaftsprobleme bei einem Arztbesuch anzusprechen, unabhängig davon, ob eine solche Situation bereits eingetreten ist. Bei Sexualgesundheit und sexuellen Problemen sagten dies 25 Prozent und bei häuslicher Gewalt oder Missbrauch 20 Prozent. „Gerade bei gravierenden Beschwerden und besonders belastenden gesundheitlichen Problemen ist es wichtig, mit dem Arzt darüber offen zu sprechen. Nur dann ist eine optimale Unterstützung und Behandlung möglich“, sagt BARMER-Vorstandsvorsitzender Straub.
Q&A
Gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern?
Der Umfrage zufolge hätten Frauen grundsätzlich etwas größere Probleme, bestimmte Themen beim Arzt anzusprechen. Am größten ist die Differenz mit zehn Prozentpunkten im Bereich häusliche Gewalt und Missbrauch, wo 25 Prozent der Frauen und 14 Prozent der Männer Schwierigkeiten hätten, diese anzusprechen. Dasselbe gilt für Gewichtsprobleme und Essstörungen, die 17 Prozent der Frauen und sieben Prozent der Männer nur schwerlich thematisieren würden.
Haben die Patienten mangelndes Vertrauen in die Ärzte?
Auch wenn fast jeder fünfte Patient schon einmal ein Thema verschwiegen hat, scheint es zumindest in vielen Fällen nicht an einem mangelnden Vertrauen in die Ärzte liegen. Nach eigenem Bekunden vertrauen 92 Prozent der Befragten den Medizinern, wenn es um das Thema Gesundheit geht.
Wie wurde die Befragung durchgeführt?
Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte im Januar und Februar 2026 im Auftrag der BARMER 1.791 Personen ab 18 Jahren in computergestützten Telefoninterviews. Gewichtet wurde nach Region, Alter, Geschlecht und Schulbildung. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei plus beziehungsweise minus 3,2 Prozentpunkten. Bei der Zusammenfassung der Einzelwerte sind Abweichungen zum Gesamtwert von 100 Prozent aufgrund von Rundungsdifferenzen möglich.
Quelle: BARMER
Die Angaben basieren auf einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der BARMER sowie auf Einschätzungen der BARMER. Sie ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.


