Hey Männer,
es ist heiß. Richtig heiß. Und damit läuft neben Freibad, Eiswürfeln und kurzen Hosen offenbar noch eine weitere deutsche Sommertradition: das Jammern über den Sommer.
Zu heiß. Zu schwül. Zu anstrengend. Man könne bei diesem Wetter ja überhaupt nichts machen.
Und manchmal denke ich mir: Leute, es ist August. Wann soll es denn warm sein – im November?
Versteht mich nicht falsch. Hitze kann anstrengend sein. Sehr sogar. Wer gesundheitliche Probleme hat, ältere Menschen, kleine Kinder oder Menschen, die körperlich arbeiten müssen, brauchen bei hohen Temperaturen besonderen Schutz und Rücksicht. Auch ich merke irgendwann den Punkt, an dem selbst mir die Sonne zu viel wird. Dann gehe ich eben in den Schatten. Ich trinke mehr. Ich mache langsamer. Und wenn es möglich ist, verlege ich Dinge auf den Morgen oder den Abend.
Aber deshalb muss ich doch nicht gleich den ganzen Sommer schlechtreden. Können wir Sommer noch genießen? Manchmal habe ich das Gefühl, wir haben ein merkwürdiges Verhältnis zum Wetter entwickelt. Im Winter ist es zu kalt. Im Frühjahr regnet es zu viel. Der Herbst ist grau. Und wenn im Sommer endlich die Sonne vom Himmel knallt, ist es zu heiß.
Was wäre denn eigentlich richtig? Vielleicht liegt das Problem manchmal gar nicht draußen. Vielleicht brauchen wir einfach ein bisschen mehr Hitzefrei im Kopf. Nicht gegen die Temperatur ankämpfen. Nicht morgens schon überlegen, wie schrecklich der Tag werden könnte.
Sondern akzeptieren: Heute wird es heiß. Also machen wir das Beste daraus. Schatten statt Mittagssonne. Kühle Getränke statt Hektik. Kurze Hose statt falschem Dresscode. Vielleicht ein Eis. Vielleicht Füße ins Wasser. Vielleicht am Abend noch lange draußen sitzen, wenn die größte Hitze verschwunden ist.
Der Sommer muss nicht perfekt sein
Ich liebe den Sommer. Das heißt nicht, dass ich jede Minute bei 35 Grad in der prallen Sonne verbringen möchte. Es bedeutet auch nicht, Risiken kleinzureden oder vernünftige Hitzewarnungen zu ignorieren. Es bedeutet einfach: Ich möchte mir die Freude daran nicht nehmen lassen. Denn diese heißen Tage gehen vorbei. Irgendwann kommt der erste Morgen, an dem es plötzlich wieder frisch ist. Dann liegt vielleicht Nebel über den Wiesen. Die kurzen Hosen wandern langsam nach hinten in den Schrank. Und spätestens wenn wir irgendwann wieder frierend vor die Tür gehen, werden einige vermutlich sagen: Ach, jetzt wären 30 Grad schön.
Deshalb nehme ich den Sommer lieber, solange er da ist. Mit Schatten. Mit Wasser. Mit Vernunft. Aber eben auch mit Freude. Vielleicht brauchen wir manchmal gar keine niedrigeren Temperaturen. Vielleicht brauchen wir einfach ein bisschen mehr Gelassenheit.
Hitzefrei im Kopf eben.
Danke fürs Lesen.
Bleib Echt. Bleib Du! 🧡
Man liest sich.
Jürgen


