Schönen Guten Morgen! ✌🏻
Früher wusste der Sonntag ziemlich genau, wie er auszusehen hatte. Heute darfst Du das zum Glück selbst entscheiden. 🧡
Hier ist Jürgen – Zeit für den Morgenblick!
Heute ist Sonntag, der 20. September 2026.

Sonntag. Früher war dieser Tag für viele ziemlich klar geregelt. Kirche. Sonntagsbraten. Knödel. Familie. Am Nachmittag Kaffee und Kuchen. Vielleicht ein Spaziergang. Und natürlich die berühmten guten Sachen. Die Kleidung, das Geschirr, manchmal sogar das Wohnzimmer.

Das war für sonntags. Ich finde dieses Bild irgendwie schön. Nicht, weil früher alles besser gewesen wäre. War es nicht. Aber weil der Sonntag dadurch etwas Besonderes hatte. Er war nicht einfach nur der siebte Tag der Woche. Er hatte Rituale. Einen eigenen Rhythmus. Vielleicht sogar einen eigenen Geruch.

Nach Braten aus der Küche.
Nach Kaffee.
Nach Kuchen.
Und wahrscheinlich irgendwo auch nach dem Parfum der Verwandtschaft. 😂

Vieles davon ist verschwunden. Nicht überall natürlich. Es gibt Familien, bei denen der gemeinsame Sonntag noch immer dazugehört. Menschen gehen in die Kirche. Der Sonntagsbraten steht auf dem Tisch. Kaffee und Kuchen sowieso. Und wenn man das liebt: Bitte niemals damit aufhören. Aber viele von uns leben heute anders.

Familien wohnen nicht unbedingt im selben Ort. Arbeitszeiten haben sich verändert. Lebensmodelle sowieso. Manche leben allein. Andere zu zweit. Mit Kindern. Ohne Kinder. Mit Freunden. Mit Hund. Mit Katze. Oder mit niemandem, der morgens wissen möchte, wann es endlich Frühstück gibt.

Und deshalb finde ich:
Vielleicht müssen wir den Sonntag gar nicht retten.
Vielleicht müssen wir ihn einfach zu unserem eigenen machen.
Der Sonntag sollte Dir gehören.

Wenn Du den ganzen Tag auf dem Sofa liegen möchtest: Mach das. Jogginghose. Serie. Decke. Vielleicht etwas zu essen bestellen. Und bitte kein schlechtes Gewissen, weil draußen irgendwo jemand sehr aktiv aussieht. 😂

Vielleicht bist aber gerade Du dieser aktive Mensch. Dann geh ins Gym. Fahr Fahrrad. Wandere. Lauf Deine Runde. Oder steh früh auf und geh auf den Flohmarkt, während andere noch nicht einmal wissen, welcher Wochentag ist. Vielleicht setzt Du Dich mit einem Kaffee hin und schreibst Tagebuch. Liest endlich dieses Buch weiter. Hörst Musik. Rufst jemanden an. Oder Du gehst einfach raus und schaust, wohin der Tag Dich bringt.

Und dann gibt es noch diese Sonntage, an denen man bereits mittags mit dem Abendessen anfängt. Nicht weil das Rezept sechs Stunden dauert. Sondern weil man sechs Stunden daraus machen möchte. Gemüse schneiden. Musik an. Vielleicht ein Glas Wein. Probieren. Noch etwas würzen. Zwischendurch Kaffee. Weiterkochen. Kein Zeitdruck. Keine Frage, ob sich der Aufwand lohnt. Der Nachmittag ist der Aufwand. Und genau deshalb macht er Spaß. Vielleicht ist das sogar die moderne Version des alten Sonntagsrituals.

Nicht mehr:
So macht man das am Sonntag.

Sondern:
So mache ich meinen Sonntag.

Das gefällt mir.
Denn Rituale müssen nicht von unseren Großeltern stammen, um wertvoll zu sein. Wir dürfen eigene erfinden. Vielleicht ist Dein Sonntagsritual der Flohmarkt. Das Gym. Ein langes Frühstück. Ein Spaziergang. Ein Film am Nachmittag. Kochen. Lesen. Gar nichts tun. Oder jeden Sonntag etwas vollkommen anderes. Auch das kann ein Ritual sein. Und vielleicht brauchen wir gerade deshalb den Sonntag noch immer.

Nicht als Tag mit Vorschriften. Sondern als Tag mit Möglichkeiten. Ein Tag, der nicht ständig fragt: Was musst Du heute noch erledigen? Sondern vielleicht einmal: Worauf hast Du heute Lust?

Die Antwort darf übrigens auch lauten: Auf gar nichts. Das ist sonntags ausdrücklich eine gültige Antwort. 🧡

💡 Tipp des Tages:
Mach heute wenigstens eine Sache nicht deshalb, weil man sie sonntags eben macht – sondern weil Du sie heute machen möchtest. Vielleicht entsteht daraus irgendwann sogar Dein eigenes Sonntagsritual.

Komm gut durch diesen Sonntag – und mach ihn heute ein bisschen zu Deinem.

Man liest sich.
Jürgen

PS:
Gegen Knödel, Sonntagsbraten und Kaffee und Kuchen habe ich selbstverständlich trotzdem nichts einzuwenden. Manche Traditionen hatten schon ausgesprochen gute Argumente. 😂☕

Der Morgenblick ist mein täglicher Gruß an Dich.
Und wenn Du magst, geht’s auf @jkpertl weiter.

Bei Instagram und Threads teile ich Gedanken, Alltag, Sonnenmomente und das, was zwischen den Zeilen oft auch noch zu mir gehört. Ich freu mich, wenn Du vorbeischaust.