Schönen Guten Morgen! ✌🏻
„Nur noch fünf Minuten.“ Einer der größten Selbstbetrugsversuche, die regelmäßig in unseren Betten stattfinden. 😂😴
Hier ist Jürgen – Zeit für den Morgenblick!
Heute ist Samstag, der 17. Oktober 2026.
Eigentlich bist Du wach. Du weißt es. Dein Körper weiß es. Vermutlich weiß es inzwischen sogar das Kopfkissen. Nur aufstehen möchtest Du noch nicht.
Also beginnt die Verhandlung.
Nur noch fünf Minuten.
Fünf Minuten sind schließlich nichts. Ein winziger Zeitraum. Einmal kurz die Augen schließen, noch ein bisschen unter der warmen Decke liegen und dann geht es los.
Ganz sicher.
Das Interessante ist nur: Fünf Minuten im Bett folgen offenbar anderen physikalischen Gesetzen als fünf Minuten außerhalb des Bettes.
Man schließt die Augen. Öffnet sie gefühlt einen Augenblick später wieder, schaut auf die Uhr und stellt fest: 23 Minuten.
Wie?
Was ist dazwischen passiert?
Hat jemand an der Uhr gedreht? Gab es eine kurzfristige Störung im Raum-Zeit-Kontinuum? Oder haben wir möglicherweise doch noch einmal geschlafen?
Letzteres erscheint mir völlig ausgeschlossen.
😂
Es gibt aber auch die andere Variante. Man schläft tatsächlich nicht mehr ein. Man liegt einfach da und genießt diesen Zustand zwischen Nacht und Tag.
Draußen beginnt das Leben langsam. Vielleicht hört man ein Auto, Schritte im Treppenhaus oder irgendwo eine Tür. Die Wohnung ist noch ruhig. Das Handy liegt hoffentlich irgendwo, wo man noch nicht automatisch danach greift.
Und für ein paar Minuten muss man noch nichts.
Das finde ich fast schöner als Ausschlafen.
Denn Ausschlafen hat immer etwas mit Uhrzeit zu tun. Wie lange habe ich geschlafen? Wann bin ich aufgewacht? Ist halb neun noch Ausschlafen? Ist sieben Uhr am Samstag bereits eine persönliche Niederlage?
„Noch fünf Minuten“ interessiert das alles nicht.
Man ist wach.
Man könnte aufstehen.
Man tut es nur noch nicht.
Das ist ein kleiner, vollkommen unnötiger Luxus.
Natürlich funktioniert er nicht jeden Morgen. Unter der Woche gibt es Termine. Arbeit. Einen Zug, den man erwischen muss. Menschen, die erstaunlicherweise erwarten, dass man zu einer vereinbarten Uhrzeit irgendwo erscheint.
Da können aus fünf Minuten ziemlich schnell hektische 25 Minuten werden.
Samstags sieht die Sache anders aus.
Wenn nichts drängt, darf aus „noch fünf Minuten“ ruhig einmal eine Viertelstunde werden.
Oder zwanzig Minuten.
Wir müssen ja nicht kleinlich sein.
Problematisch wird es erst, wenn man irgendwann feststellt, dass man inzwischen seit 45 Minuten wach im Bett liegt und plötzlich dringend Kaffee möchte.
Dann muss eine Entscheidung getroffen werden.
Decke oder Kaffee?
Eine der schwierigeren Fragen des Samstagmorgens.
Bei mir gewinnt irgendwann der Kaffee.
Meistens.
☕️😂
Vielleicht mag ich dieses kurze Liegenbleiben auch deshalb, weil der Tag danach ohnehin schnell genug beginnt. Sobald man aufgestanden ist, kommen die ersten Handgriffe, Gedanken und kleinen Aufgaben. Man macht Frühstück, schaut aufs Handy, denkt darüber nach, was man erledigen möchte, und ehe man sich versieht, ist man mittendrin.
Diese paar Minuten davor gehören noch niemandem. Nicht dem Kalender. Nicht der Arbeit. Nicht den Nachrichten. Nicht der Einkaufsliste. Nur Dir.
Vielleicht müssen es deshalb gar nicht immer fünf Minuten sein.
Manchmal reichen zwei. Manchmal werden es zwanzig. Und manchmal steht man sofort auf, weil die Blase eine Diskussion über weitere fünf Minuten kategorisch ablehnt.
Auch das gehört zur Wahrheit. 😂
💡 Tipp des Tages:
Wenn Du heute Morgen nicht sofort aufstehen musst, bleib noch ein paar Minuten liegen. Nicht, weil Du schlafen solltest. Einfach, weil Du kannst. Der Samstag läuft nicht weg.
Komm gut in diesen Samstag – langsam, ausgeschlafen oder wenigstens mit ein paar Minuten extra unter der Decke.
Man liest sich.
Jürgen
PS:
Falls Du „nur noch fünf Minuten“ gesagt hast und diesen Morgenblick jetzt 37 Minuten später liest: Ich werde Dich nicht verurteilen. Wir wissen beide, dass die Uhr schuld ist. 😂😴
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Der Morgenblick ist mein täglicher Gruß an Dich.
Und wenn Du magst, geht’s auf @jkpertl weiter.
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