Hey Männer,

es ist wieder Freitag. Und damit beginnt offenbar diese Zeit der Woche, in der wir etwas erleben sollen. Zumindest könnte man das manchmal meinen. „Was macht ihr am Wochenende?“ Eine völlig harmlose Frage. Und trotzdem hat man manchmal das Gefühl, „nichts“ wäre darauf eine ziemlich schlechte Antwort. Dabei kann nichts verdammt schön sein.

Kein Termin am Samstagmorgen. Keine Verabredung, für die man sich irgendwann fertig machen muss. Kein Ausflug, weil das Wetter schön ist und man einen schönen Tag schließlich gefälligst sinnvoll nutzen sollte. Einfach mal schauen, was passiert.

Vielleicht länger frühstücken. Noch einen Kaffee trinken. Eine Runde rausgehen. Etwas kochen, auf das man gerade Lust hat. Auf dem Sofa landen und dort auch bleiben. Eine Serie anfangen und drei Folgen später feststellen, dass es inzwischen dunkel geworden ist.

Und das alles, ohne anschließend das Gefühl zu haben, man hätte den Tag irgendwie besser nutzen müssen.

Seit wann muss Freizeit eigentlich produktiv sein?

Vielleicht haben wir uns so sehr daran gewöhnt, unsere Tage zu planen, dass wir selbst das Wochenende optimieren wollen.

Da wird aus Freizeit schnell ein kleines Projekt.

Samstagvormittag dies, nachmittags jenes, abends noch essen gehen. Sonntag vielleicht ein Ausflug – schließlich muss man ja etwas aus dem Wochenende machen. Muss man?

Ich glaube, ich habe irgendwann aufgehört, ein Wochenende danach zu beurteilen, wie viel darin passiert ist.

Viel wichtiger ist doch eine andere Frage: Hat es mir gutgetan?

Wenn die Antwort darauf Ja lautet, war es ein ziemlich gutes Wochenende.

Egal, ob ich dabei 200 Kilometer gefahren bin oder mich hauptsächlich zwischen Küche und Sofa bewegt habe. 😏

„Nichts Besonderes“ kann ziemlich besonders sein

Vielleicht liegt darin sogar ein kleines Privileg des Älterwerdens.

Man muss nicht mehr ständig beweisen, dass das eigene Leben aufregend genug ist.

Man darf einen Samstagabend zu Hause verbringen, ohne sich zu fragen, was man gerade irgendwo verpassen könnte.

Man darf sich über einen Sonntag freuen, an dem im Kalender einfach einmal gar nichts steht.

Und wenn am Montag jemand fragt: „Und? Was hast du am Wochenende gemacht?“

Dann darf die Antwort ruhig lauten: „Nichts Besonderes. War richtig schön.“

Mehr Erklärung braucht es eigentlich nicht.

👉 Ein Wochenende muss keine Geschichte liefern, die man am Montag erzählen kann.

Es darf einfach zwei Tage geben, die einem guttun. Mit Menschen, die man mag. Oder auch mal ganz für sich.

Mit gutem Essen, einem Glas Wein, einem Spaziergang, einem Film – oder mit überhaupt keinem Plan.

Und vielleicht ist genau das manchmal der größte Luxus: Nicht überlegen zu müssen, was als Nächstes kommt.

Also macht euch ein schönes Wochenende.

Was auch immer ihr vorhabt. Oder eben nicht. Denn es ist schließlich Wochenende.

Kein Tätigkeitsnachweis. 😏

Bleib Echt. Bleib Du! 🧡
Man liest sich.
Jürgen