Schönen Guten Morgen! ✌🏻
Erst ist es ein graues Haar. Dann zwei. Und irgendwann fragt man sich eher, wo eigentlich die dunklen geblieben sind. 😂
Hier ist Jürgen – Zeit für den Morgenblick!
Heute ist Samstag, der 26. September 2026.
Weißt Du noch, wann Du Dein erstes graues Haar entdeckt hast? Ich nicht.
Irgendwann muss es dagewesen sein. Vielleicht habe ich es im Spiegel gesehen und noch gedacht: Oh. Was macht das denn da?
Bei mir hat sich diese Frage inzwischen weitgehend erledigt. Sagen wir es so: Würde ich heute im Bart nach einem grauen Haar suchen, wäre die Erfolgsaussicht ziemlich hoch. 😂
Das Interessante am Älterwerden ist ja, dass es meistens gar nicht so spektakulär passiert, wie wir manchmal darüber reden. Niemand wacht morgens auf, schaut in den Spiegel und sagt: So. Seit heute sehe ich älter aus.
Es schleicht sich ein.
Erst dieses eine graue Haar. Dann noch eins. Irgendwann wird aus einzelnen grauen Haaren eine erkennbare Gruppe. Und irgendwann haben sie die Mehrheit übernommen, ohne vorher einen Koalitionsvertrag vorzulegen.
Bei den Falten läuft es ähnlich.
Früher konnte man morgens mit irgendeiner Linie im Gesicht aufwachen und wusste: Das war das Kopfkissen. Duschen, Kaffee, ein bisschen Zeit – dann war sie wieder weg.
Irgendwann bleibt so eine Linie einfach.
Man wartet.
Duscht.
Trinkt Kaffee.
Schaut noch einmal.
Immer noch da.
Offenbar hat sie beschlossen einzuziehen. 😂
Und plötzlich entdeckt man Dinge im eigenen Gesicht, die früher nicht da waren. Eine Linie an den Augen. Eine Falte auf der Stirn. Der Bart wird heller. Vielleicht werden die Haare auf dem Kopf weniger. Dafür wachsen sie mit bemerkenswerter Begeisterung an anderen Stellen weiter, an denen niemand darum gebeten hat.
Der männliche Körper hat offenbar seine eigene Vorstellung von sinnvoller Ressourcenverteilung.
Aber wann genau ist das alles passiert?
Vielleicht merkt man es am deutlichsten auf Fotos.
Man findet ein Bild von vor zehn oder fünfzehn Jahren und schaut erst einmal auf diesen Mann dort. Dunklerer Bart. Glatteres Gesicht. Vielleicht eine andere Brille, andere Klamotten, andere Frisur.
Und dann denkt man:
Verdammt. Das bin ja ich.
Natürlich weiß man, dass man sich verändert hat. Aber im Alltag sieht man sich schließlich jeden Tag. Der Spiegel zeigt uns keine Vorher-Nachher-Aufnahme. Er liefert immer nur den heutigen Zwischenstand.
Deshalb fällt Veränderung oft erst auf, wenn uns plötzlich die Vergangenheit danebensteht.
Und ich gebe zu: Ich finde das inzwischen ziemlich spannend.
Nicht jedes graue Haar muss gefeiert werden. Nicht jede Falte braucht einen Namen. Und wir müssen uns auch nicht einreden, dass uns jede Veränderung gefällt, nur weil sie zum Leben dazugehört.
Man darf durchaus morgens in den Spiegel schauen und denken:
Musste die jetzt wirklich sein?
Natürlich durfte sie.
Gefragt hat sie trotzdem nicht. 😂
Vielleicht verändert sich mit den Jahren aber auch unser Blick darauf. Das erste graue Haar ist noch ein Ereignis. Beim zwanzigsten zählt niemand mehr mit. Und irgendwann gehört das Grau so selbstverständlich zum eigenen Gesicht, dass man sich auf einem alten Foto mit dunklem Bart beinahe fremd vorkommt.
So geht es mir jedenfalls.
Mein grauer Bart ist heute einfach mein Bart. Ich stehe nicht jeden Morgen davor und denke über mein Alter nach. Er gehört zu meinem Gesicht. Zu mir. Fertig.
Und vielleicht ist genau das die angenehmere Seite des Älterwerdens: Nicht, dass man jede Veränderung großartig finden muss. Sondern dass man irgendwann aufhört, aus jeder Veränderung ein Problem zu machen.
Da sind Falten.
Da ist Grau.
Da sind Spuren von Jahren, in denen man gelacht, gearbeitet, geliebt, sich geärgert, Sorgen gehabt und ziemlich viel erlebt hat.
Nein, jetzt kommt nicht der Satz, dass jede Falte eine Geschichte erzählt.
Keine Angst. So weit gehen wir heute nicht. 😂
Aber vielleicht dürfen wir wenigstens feststellen: Der Mann im Spiegel sieht heute anders aus als vor zwanzig Jahren.
Natürlich tut er das. Es liegen schließlich zwanzig Jahre dazwischen.
Entscheidender finde ich etwas anderes: Er ist immer noch da. Und im besten Fall hat er noch verdammt viel vor.
💡 Tipp des Tages:
Wenn Du heute in den Spiegel schaust und etwas entdeckst, das früher noch nicht da war, schau ruhig zweimal hin. Aber mach nicht gleich ein Problem daraus. Morgen ist es vermutlich immer noch da – und der Tag kann trotzdem ziemlich gut werden.
Komm gut in diesen Samstag – ganz egal, wie viele graue Haare ihn heute mit Dir beginnen.
Man liest sich.
Jürgen
PS:
Bei mir hat sich die Frage nach dem einzelnen grauen Haar inzwischen erledigt. Die graue Fraktion hat die absolute Mehrheit übernommen. Und ich habe nicht vor, Neuwahlen anzusetzen. 😂
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Der Morgenblick ist mein täglicher Gruß an Dich.
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