Schönen Guten Morgen! ✌🏻
„Ich mach das noch schnell.“ Fünf harmlose Wörter, die schon so manchen Feierabend ruiniert haben. 😂
Hier ist Jürgen – Zeit für den Morgenblick!
Heute ist Freitag, der 2. Oktober 2026.

Eigentlich bist Du fertig.

Der Arbeitstag war lang genug, die wichtigsten Dinge sind erledigt und irgendwo im Kopf ist die Entscheidung längst gefallen: Das war’s für heute.

Dann passiert es.

Du schaust noch einmal auf den Bildschirm und siehst etwas. Eine Mail, die Du noch beantworten könntest. Ein Dokument, bei dem nur noch eine Kleinigkeit fehlt. Irgendetwas auf der Website, das Du eigentlich schon seit Tagen ändern wolltest.

Und dann sagst Du diesen Satz: „Ach, das mach ich noch schnell.“

Das Problem beginnt mit dem Wort „schnell“.

Denn erstaunlicherweise sind genau die Dinge, die man noch schnell erledigen möchte, fast nie schnell erledigt.

Die Mail dauert natürlich keine zwei Minuten, weil man für die Antwort noch etwas nachschauen muss. Dabei entdeckt man eine andere Mail, die ebenfalls noch beantwortet werden sollte. Wenn man ohnehin schon dabei ist, könnte man außerdem noch kurz den Anhang fertig machen.

Und plötzlich hat das ursprüngliche „noch schnell“ Nachwuchs bekommen.

Bei Websites funktioniert das besonders hervorragend.

Man möchte nur eine Kleinigkeit ändern. Einen Satz. Ein Bild. Vielleicht einen Link. Dauert höchstens fünf Minuten.

Also einloggen.

Änderung machen.

Speichern.

Kurz kontrollieren.

Hm.

Wenn man schon hier ist, könnte man eigentlich auch noch …

Nein.

Genau an dieser Stelle müsste ein vernünftiger Mensch aufhören.

Ich möchte nicht behaupten, dass mir das immer gelingt. 😂

Denn natürlich sieht man jetzt noch die andere Sache, die einen seit Wochen stört. Und wenn man die schon ändert, müsste man eigentlich auch auf der anderen Seite …

Du kennst das.

Aus einer kleinen Änderung wird ein Projekt.

Und irgendwann schaut man auf die Uhr und stellt fest, dass „noch schnell“ vor 47 Minuten begonnen hat.

Das Ganze funktioniert übrigens auch hervorragend außerhalb der Arbeit.

Ich räume nur noch schnell die Küche auf.

Ich bringe nur noch schnell etwas in den Keller.

Ich schaue nur noch schnell nach, wann der Zug morgen fährt.

Ich bestelle nur noch schnell dieses eine Ding im Internet.

Auch schön: „Ich gucke nur kurz.“

Das ist der kleine Bruder von „Ich mach das noch schnell“ und mindestens genauso gefährlich.

Man schaut nur kurz etwas auf dem Handy nach und findet sich zwanzig Minuten später an einem vollkommen anderen Ort des Internets wieder. Eigentlich wollte man wissen, ob es morgen regnet. Jetzt weiß man dafür, welche zehn Dinge man angeblich niemals in die Spülmaschine legen darf.

Auch wertvoll.

Vermutlich.

😂

Vielleicht liegt das Problem darin, dass wir kleinen Aufgaben keine richtige Zeit zurechnen. Eine große Aufgabe würden wir kurz vor Feierabend gar nicht mehr anfangen. Niemand denkt um 18:27 Uhr: Jetzt wäre eigentlich ein guter Zeitpunkt, die komplette Website neu zu machen.

Aber diese eine Kleinigkeit?

Die geht noch.

Und genau deshalb schafft sie es über unsere innere Feierabend-Schranke.

Manchmal ist das natürlich vollkommen in Ordnung. Es gibt Dinge, die tatsächlich zwei Minuten dauern. Und manchmal fühlt es sich sogar gut an, eine Kleinigkeit noch vom Tisch zu bekommen.

Nur sollten wir vielleicht ein bisschen misstrauischer werden, wenn unser Kopf sagt:

„Das geht ganz schnell.“

Denn unser Kopf kennt uns.

Und lügt trotzdem. 😂

Gerade am Freitag finde ich deshalb einen anderen Satz eigentlich viel schöner:

„Das kann bis Montag warten.“

Nicht alles kann warten. Aber erstaunlich vieles.

Die Mail läuft nicht weg. Das Dokument liegt am Montag noch da. Und die kleine Änderung auf der Website wird das Wochenende vermutlich ebenfalls überstehen.

Feierabend dagegen lässt sich nicht speichern und am Montag nachholen.

Wenn er da ist, sollten wir ihn vielleicht gelegentlich einfach nehmen.

Ohne vorher noch schnell etwas zu machen.

💡 Tipp des Tages:
Wenn Du heute kurz vor Feierabend denkst „Das mach ich noch schnell“, frag Dich einmal: Muss es wirklich heute sein? Falls nicht, schreib es für Montag auf und mach den Rechner zu. Das Wochenende wartet schon.

Komm gut in diesen Freitag – und vor allem rechtzeitig in Deinen Feierabend.

Man liest sich.
Jürgen

PS:
Sollte ich heute Abend selbst noch sagen „Ich ändere nur schnell etwas auf der Website“, darf dieser Morgenblick offiziell gegen mich verwendet werden. 😂

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Der Morgenblick ist mein täglicher Gruß an Dich.
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