Schönen Guten Morgen! ✌🏻
Sag einem Mann, er müsse zehn Minuten warten – und Du kannst beobachten, wie schnell ein Smartphone aus einer Hosentasche gezogen werden kann. 😂📱
Hier ist Jürgen – Zeit für den Morgenblick!
Heute ist Samstag, der 12. September 2026.

Männer beim Warten.

Ich finde, das ist eine eigene kleine Studie wert. Stell Dich irgendwo hin, wo Menschen auf etwas oder jemanden warten müssen. Bahnhof. Bushaltestelle. Vor einem Geschäft. Beim Arzt. Vor einem Café. Und dann schau Dir die Männer an. Natürlich vollkommen unauffällig. Wir wollen schließlich nicht, dass irgendwann jemand fragt: Warum starrt der mich eigentlich die ganze Zeit an? 😂

Da gibt es zunächst den Klassiker. Den Smartphone-Mann. Er hat gerade erfahren, dass es noch zehn Minuten dauert. Keine zwei Sekunden später: Handy raus. Entsperren. Schauen. Scrollen. Was genau er dort macht, ist eigentlich egal. Hauptsache, die zehn Minuten haben jetzt eine Aufgabe.

Dann gibt es den Uhr-Mann. Er schaut auf die Uhr. Noch acht Minuten. Kurz in die Gegend schauen. Wieder auf die Uhr. Noch sieben Minuten und 42 Sekunden. Vielleicht einmal tief ausatmen. Wieder Uhr. Interessanterweise vergeht die Zeit dadurch nicht schneller. Ich habe das überprüft. 😄

Sehr schön ist auch der Auf-und-ab-Mann. Stehen ist offenbar keine Option. Also läuft er. Drei Meter nach links. Umdrehen. Vier Meter nach rechts. Umdrehen. Man könnte ihm einen Schrittzähler schenken und die Sache wenigstens sportlich nutzen.

Dann haben wir den Verschränkte-Arme-Mann. Er steht da. Beide Arme vor der Brust. Er schaut ernst. Sehr ernst. Man weiß nicht genau, worauf er wartet. Aber es sieht aus, als wäre er persönlich für den ordnungsgemäßen Ablauf der gesamten Situation verantwortlich. 😂

Und dann gibt es noch einen seltenen Vertreter. Den Mann, der einfach wartet. Kein Handy. Keine Uhr. Kein Herumlaufen. Er steht oder sitzt irgendwo. Schaut. Beobachtet Menschen. Sieht vielleicht ein Auto vorbeifahren. Eine Taube auf dem Gehweg. Wolken. Was auch immer gerade da ist. Und ich finde: Das ist inzwischen fast bemerkenswert. Denn wir sind es kaum noch gewohnt, einfach nichts zu tun.

Sobald irgendwo zwei freie Minuten entstehen, greifen viele von uns zum Handy. Im Aufzug. An der Kasse. An der Haltestelle. Wenn jemand kurz auf die Toilette gegangen ist. Wenn das Essen noch nicht kommt. Wenn der Zug fünf Minuten Verspätung hat. Bloß keine Lücke entstehen lassen.

Dabei sind diese kleinen Lücken vielleicht gar nicht so schlecht. Manchmal kommt einem darin ein Gedanke. Man sieht etwas, das einem sonst nicht aufgefallen wäre. Man beobachtet Menschen. Oder man langweilt sich tatsächlich einmal drei Minuten. Auch das werden wir vermutlich überleben. Vielleicht ist Warten deshalb gar nicht immer verlorene Zeit. Es ist einfach Zeit, für die gerade noch niemand eine Aufgabe erfunden hat.

Und vielleicht müssen wir das auch nicht sofort selbst erledigen. Beim nächsten Warten könnten wir das Handy also einfach einmal stecken lassen. Schauen. Stehen. Den Gedanken ein bisschen Platz geben. Oder den Verschränkte-Arme-Mann beobachten. Aber bitte unauffällig.

Wir hatten das bereits besprochen. 😂

💡 Tipp des Tages:
Wenn Du heute irgendwo ein paar Minuten warten musst, lass das Handy einmal in der Tasche. Schau einfach, was um Dich herum passiert. Vielleicht ist es langweilig. Vielleicht aber auch überraschend interessant.

Komm gut in diesen Samstag – und solltest Du heute irgendwo warten müssen: Du hast jetzt wenigstens etwas zu beobachten.

Man liest sich.
Jürgen

PS:
Alle 30 Sekunden auf die Uhr zu schauen beschleunigt die Person, auf die Du wartest, übrigens nicht. Auch beim Zug funktioniert es nicht. Ich bedaure. 😂⌚

Der Morgenblick ist mein täglicher Gruß an Dich.
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