Schönen Guten Morgen! ✌🏻
Es ist wieder diese Jahreszeit, in der man morgens eine Jacke braucht und sich mittags fragt, warum man dieses Ding eigentlich mitgeschleppt hat. 😂🍂
Hier ist Jürgen – Zeit für den Morgenblick!
Heute ist Dienstag, der 6. Oktober 2026.

Es gibt Kleidungsstücke mit einer klaren Aufgabe.

Die Winterjacke hält warm. Die Regenjacke hält trocken. Zumindest wäre das jeweils der Plan.

Und dann gibt es die Übergangsjacke.

Ein Kleidungsstück für eine Jahreszeit, die offenbar selbst noch nicht genau weiß, was sie eigentlich möchte.

Gerade jetzt im Oktober beginnt morgens diese tägliche Verhandlung vor der Haustür.

Jacke?

Keine Jacke?

Man schaut aus dem Fenster. Sieht eigentlich ganz angenehm aus. Dann schaut man aufs Thermometer.

Hm.

Vielleicht doch Jacke.

Also zieht man sie an.

Und in diesem Moment fühlt sich die Entscheidung hervorragend an. Draußen ist es frisch, vielleicht geht ein bisschen Wind und man denkt:

Gut, dass ich die Jacke genommen habe.

Drei Stunden später scheint die Sonne.

Plötzlich sind es 18 oder 19 Grad. Man läuft durch die Stadt und trägt die Übergangsjacke nicht mehr am Körper, sondern über dem Arm.

Jetzt ist sie keine Kleidung mehr.

Jetzt ist sie Gepäck. 😂

Und natürlich hat man noch eine Tasche dabei.

Vielleicht einen Kaffee in der Hand.

Das Handy.

Irgendetwas anderes.

Und zusätzlich diese Jacke, die morgens noch lebensnotwendig erschien und inzwischen hauptsächlich die Aufgabe hat, im Weg zu sein.

Das Tückische am Herbst ist eben, dass er innerhalb eines Tages mehrere Jahreszeiten ausprobieren kann.

Morgens: fast Winter.

Mittags in der Sonne: Spätsommer.

Am Nachmittag: Wind.

Abends: Wo ist meine Jacke?

Und dann gibt es natürlich noch die Königsdisziplin:

Welche Übergangsjacke?

Denn sie darf nicht zu dünn sein. Dann hätte man auch gleich ohne gehen können.

Zu dick darf sie ebenfalls nicht sein. Sonst schwitzt man nach fünf Minuten und sieht aus, als hätte man sich im Oktober bereits versehentlich für Januar angezogen.

Wasser sollte sie vielleicht auch ein bisschen vertragen.

Wind wäre ebenfalls gut.

Taschen braucht sie natürlich.

Am besten mehrere.

Handy.

Schlüssel.

Kopfhörer.

Taschentücher.

Und plötzlich trägt man keinen Übergangsparka mehr, sondern ein mobiles Lagerhaus mit sich herum.

Wir Männer können erstaunlich viel Zeug in Jackentaschen unterbringen. Manchmal sogar Dinge, von denen wir erst Monate später erfahren.

Beim ersten Tragen nach längerer Pause greift man in die Tasche und findet:

einen alten Kassenzettel.

Ein Taschentuch.

Einen Einkaufswagenchip.

Vielleicht zwei Euro.

Und irgendetwas, dessen ursprüngliche Funktion nicht mehr eindeutig geklärt werden kann.

Fast wie Weihnachten.

Nur mit Fusseln. 😂

Vielleicht ist die Übergangsjacke deshalb eines der ehrlichsten Kleidungsstücke überhaupt.

Sie behauptet gar nicht, für alles eine Lösung zu haben.

Sie sagt nur:

Könnte frisch werden. Nimm mich lieber mit.

Und meistens hat sie damit sogar recht.

Denn so sehr sie mittags nerven kann – spätestens am Abend kommt dieser Moment, in dem die Sonne weg ist, die Temperatur fällt und man sie wieder anzieht.

Dann denkt man:

Gut, dass ich sie heute den halben Tag herumgetragen habe.

Das ist vermutlich das Prinzip Übergangsjacke.

Morgens braucht man sie.

Mittags hasst man sie.

Abends ist man wieder froh über sie.

Eine erstaunlich komplizierte Beziehung für ein Stück Stoff.

Aber so ist der Herbst eben.

Und morgen beginnt die Verhandlung von vorne.

💡 Tipp des Tages:
Wenn Du heute Morgen vor der Tür stehst und überlegst, ob Du eine Jacke brauchst: Nimm sie mit. Im schlimmsten Fall trägst Du sie herum. Im besten Fall kannst Du am Abend sehr selbstzufrieden feststellen, dass Du ausnahmsweise richtig entschieden hast.

Komm gut in diesen Dienstag – warm genug am Morgen und hoffentlich mit ein bisschen Oktobersonne am Nachmittag. 🍂☀️

Man liest sich.
Jürgen

PS:
Sollte jemand die perfekte Übergangsjacke erfunden haben, die morgens wärmt, mittags verschwindet und abends automatisch wieder auftaucht: Ich hätte Interesse. 😂

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