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ACV erklärt, welche Warnzeichen auf Wartungsbedarf hinweisen, wann ein Klimaservice sinnvoll ist und wie sich Kühlleistung und Luftqualität erhalten lassen

Hohe Temperaturen prägen den Sommer in Deutschland. Besonders in der Sonne abgestellte Fahrzeuge können sich innerhalb kurzer Zeit stark aufheizen. Eine zuverlässig arbeitende Klimaanlage sorgt dann nicht nur für angenehmere Temperaturen, sondern unterstützt auch die Konzentration am Steuer. Damit sie den Innenraum dauerhaft wirksam kühlt, muss sie regelmäßig gewartet und gereinigt werden. Eine schlecht gewartete Anlage kann die Kühlleistung reduzieren, die Luftqualität im Fahrzeug beeinträchtigen und den Kraftstoff- beziehungsweise Energieverbrauch erhöhen. Der ACV Automobil-Club Verkehr erklärt, woran sich Wartungsbedarf erkennen lässt, wann ein Klimaservice sinnvoll ist und welche Maßnahmen selbst übernommen werden können.

Woran lässt sich erkennen, dass die Auto-Klimaanlage gewartet werden sollte?

Viele Autofahrer beschäftigen sich erst mit ihrer Klimaanlage, wenn sie nicht mehr richtig funktioniert. Dabei gibt es häufig schon vorher Hinweise darauf, dass ein Klimaservice sinnvoll sein kann.

Typische Warnzeichen sind:

  • Die Kühlleistung lässt spürbar nach oder verzögert sich
  • Aus den Lüftungsdüsen riecht es muffig oder unangenehm
  • Die Scheiben beschlagen häufiger, obwohl die Klimaanlage eingeschaltet ist
  • Beim Einschalten sind ungewöhnliche Geräusche zu hören

Warum lässt die Kühlleistung nach?

Lässt die Kühlleistung nach oder riecht die Klimaanlage unangenehm, steckt nicht immer ein Defekt dahinter. Häufig sind Verschleiß, Verschmutzungen oder ein zu niedriger Kältemittelstand die Ursache. Je nachdem, welches Bauteil betroffen ist, kann das unterschiedliche Folgen haben.

Zu wenig Kältemittel

Auch bei einer intakten Klimaanlage kann mit der Zeit eine geringe Menge Kältemittel verloren gehen. Dadurch arbeitet die Anlage weniger effizient und der Klimakompressor muss mehr leisten, um den Innenraum auf die gewünschte Temperatur zu kühlen. Das kann auch den Kraftstoffverbrauch bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor erhöhen. Bei Elektroautos steigt entsprechend der Energieverbrauch, was sich auf die Reichweite auswirken kann.

Verschmutzter Innenraumfilter

Der Innenraumfilter hält Pollen, Feinstaub und andere Partikel aus der Außenluft zurück. Mit der Zeit setzt er sich zu. Dadurch gelangt weniger Luft in den Innenraum und die Filterwirkung nimmt ab. Besonders Allergiker können dadurch stärker mit Pollen oder Staub belastet werden.

Feuchtigkeit am Verdampfer

Beim Kühlen entsteht am Verdampfer Kondenswasser. Bleibt die Feuchtigkeit dauerhaft bestehen, können sich dort zusammen mit Staub Bakterien und Pilze ansiedeln. Typische Anzeichen sind muffige Gerüche beim Einschalten der Klimaanlage. Gleichzeitig kann die Luftqualität im Fahrzeug leiden.

ACV WISSEN

Mythos: Macht die Klimaanlage krank?

Viele Menschen glauben, dass sie sich durch die kalte Luft einer Klimaanlage erkälten. Tatsächlich werden Erkältungen durch Viren verursacht, kalte Luft allein macht daher nicht krank. Sie kann jedoch die Schleimhäute reizen und austrocknen, wodurch Krankheitserreger leichter eindringen können. Eine schlecht gewartete Klimaanlage kann außerdem dazu führen, dass Bakterien, Pilze oder Schimmelsporen in den Fahrzeuginnenraum gelangen und die Atemwege zusätzlich belasten.

Was lässt sich selbst erledigen?

Einige Maßnahmen können selbst übernommen werden. Dazu gehört beispielsweise der Wechsel des Innenraumfilters, sofern dieser beim jeweiligen Fahrzeug leicht zugänglich ist. Maßgeblich sind dabei die Wartungsvorgaben des Fahrzeugherstellers. Bei vielen Fahrzeugen wird ein Wechsel einmal pro Jahr empfohlen. Wer häufig in staubiger Umgebung oder während der Pollensaison unterwegs ist, sollte den Filter gegebenenfalls früher wechseln.

Klimaanlagenreiniger als Spray oder Schaum können unangenehme Gerüche kurzfristig reduzieren. Sie ersetzen jedoch keinen Klimaservice, wenn die Ursache am Verdampfer, im Kältemittelkreislauf oder an einer undichten Anlage liegt.

Wann sollte die Auto-Klimaanlage in die Werkstatt?

Lassen die Kühlleistung oder unangenehme Gerüche trotz eigener Maßnahmen nicht nach, sollte die Klimaanlage in einer Werkstatt überprüft werden. Das gilt auch, wenn ungewöhnliche Geräusche auftreten oder die Klimaanlage gar nicht mehr kühlt.

Auch ohne erkennbare Probleme empfehlen viele Fahrzeughersteller einen regelmäßigen Klimaservice, meist im Abstand von etwa zwei Jahren. Dabei werden unter anderem der Kältemittelstand, die Dichtheit und die Funktion der Klimaanlage geprüft. Je nach Ergebnis kann außerdem eine Reinigung oder Desinfektion sinnvoll sein.

Die Kosten für einen Klimaservice liegen je nach Fahrzeug, Werkstatt und Leistungsumfang häufig zwischen 70 und 150 Euro. Werden zusätzlich Kältemittel nachgefüllt oder sind Reparaturen erforderlich, können die Kosten entsprechend höher ausfallen.

Gut zu wissen: Der Klimaservice gehört bei vielen Fahrzeugen nicht automatisch zur regulären Inspektion. Soll die Klimaanlage geprüft werden, muss die Wartung häufig separat beauftragt werden.

ACV Checkliste: So bleibt die Auto-Klimaanlage lange leistungsfähig

Neben einer regelmäßigen Wartung kommt es auch auf die richtige Nutzung an. Mit ein paar einfachen Gewohnheiten lässt sich dazu beitragen, dass die Klimaanlage lange zuverlässig arbeitet.

Vor der Fahrt kurz durchlüften

Ist das Fahrzeug stark aufgeheizt, sollten vor dem Losfahren kurz Türen oder Fenster geöffnet werden. So muss die Klimaanlage weniger leisten und der Innenraum kühlt schneller ab. Das kann besonders auf kurzen Fahrten dazu beitragen, Kraftstoff oder Energie zu sparen.

Umluft gezielt einsetzen

Die Umluftfunktion sollte zunächst für kurze Zeit genutzt werden. Die Klimaanlage muss dann nicht ständig warme Außenluft herunterkühlen und der Innenraum erreicht schneller die gewünschte Temperatur. Sobald eine angenehme Temperatur erreicht ist, sollte wieder auf Frischluft umgestellt werden.

Temperatur richtig einstellen

Die Klimaanlage sollte nicht zu kalt eingestellt werden. Als Orientierung gelten etwa sechs Grad Unterschied zwischen Außen- und Innentemperatur. Das schont den Kreislauf und die Klimaanlage muss weniger leisten.

Vor Fahrtende die Kühlung ausschalten

Bei Fahrzeugen ohne automatische Trocknungsfunktion kann es helfen, die Kühlfunktion einige Minuten vor dem Abstellen auszuschalten und das Gebläse weiterlaufen zu lassen. Dadurch wird die weitere Bildung von Kondenswasser reduziert und vorhandene Feuchtigkeit kann besser abtrocknen. Das kann unangenehmen Gerüchen vorbeugen.

Klimaanlage das ganze Jahr über nutzen

Die Klimaanlage sollte auch im Winter regelmäßig eingeschaltet werden. So werden Kompressor und Dichtungen regelmäßig geschmiert und der Luft wird Feuchtigkeit entzogen. Das hilft auch dabei, beschlagene Scheiben schneller wieder frei zu bekommen.

Quelle: ACV Automobil-Club Verkehr

Die genannten Wartungsintervalle und Kosten dienen der allgemeinen Orientierung und können je nach Fahrzeug, Hersteller und Werkstatt abweichen. Gesundheitsbezogene Angaben sind allgemeiner Natur und ersetzen keine medizinische Beratung.