Schönen Guten Morgen! ✌🏻
Mein Sonntag beginnt nicht mit Kirche. Aber vielleicht Deiner. Und weißt Du was? Beides darf sein.
Hier ist Jürgen – Zeit für den Morgenblick!
Heute ist Sonntag, der 11. Oktober 2026.
Sonntagmorgen.
Für manche Menschen gehört jetzt etwas ganz selbstverständlich dazu:
Kirche.
Vielleicht läuten gerade irgendwo die Glocken. Menschen ziehen sich an, machen sich auf den Weg und setzen sich wenig später in eine Kirchenbank.
Sie beten.
Singen.
Hören zu.
Oder sitzen vielleicht einfach nur da.
Mein Sonntag sieht anders aus.
Kirche gehört für mich persönlich nicht dazu. Ich brauche keinen Gottesdienst, um einen Sonntag zu beginnen. Ich brauche auch keinen religiösen Rahmen, um über mein Leben nachzudenken, dankbar zu sein oder einen ruhigen Moment zu haben.
Aber ich habe Respekt vor Menschen, die genau dort etwas finden, das ihnen wichtig ist.
Vielleicht ist es Glaube.
Vielleicht Hoffnung.
Vielleicht Gemeinschaft.
Vielleicht die Gewissheit, für eine Stunde an einem Ort zu sitzen, an dem das Leben draußen ein bisschen leiser wird.
Und vielleicht ist es etwas, das ich gar nicht nachvollziehen können muss.
Ich glaube, genau da wird es interessant.
Denn wir Menschen neigen manchmal dazu, Dinge, die für uns selbst keine Bedeutung haben, auch für andere infrage zu stellen.
Warum brauchst Du das?
Diese Frage kann man natürlich stellen.
Manchmal reicht aber auch eine andere Antwort:
Weil es ihm etwas gibt.
Fertig.
Ich muss nicht glauben wie Du, um Deinen Glauben zu respektieren.
Und Du musst nicht leben wie ich, um mein Leben zu respektieren.
Eigentlich ein ziemlich einfacher Gedanke.
In der Realität scheint er manchmal komplizierter zu sein.
Religion ist schließlich etwas sehr Persönliches. Für manche Menschen gehört der Glaube seit ihrer Kindheit zum Leben. Andere entdecken ihn erst später. Manche verlieren ihn. Manche zweifeln. Manche treten aus einer Kirche aus und glauben trotzdem weiter. Andere können mit Religion überhaupt nichts anfangen.
All das gibt es.
Und all diese Menschen begegnen sich jeden Tag.
Vielleicht sogar heute Morgen beim Bäcker.
Der eine kommt gerade aus der Kirche.
Der andere hat ausgeschlafen.
Der nächste war schon beim Sport.
Einer geht mit dem Hund.
Und irgendwo sitzt jemand noch im Schlafanzug beim zweiten Kaffee.
Sonntag eben.
😂
Vielleicht gefällt mir genau diese Vorstellung.
Wir müssen einen Sonntag nicht alle auf dieselbe Weise verbringen, damit er für uns ein guter Tag sein kann.
Der eine findet Ruhe in einer Kirche.
Der andere im Wald.
Jemand beim Radfahren.
Beim Kochen.
Beim Lesen.
Beim Zusammensitzen mit der Familie.
Oder ganz allein auf dem Sofa.
Keiner dieser Orte besitzt automatisch mehr Bedeutung als der andere.
Entscheidend ist doch, was er für den Menschen bedeutet, der dort gerade ist.
Und natürlich kann man Religion kritisch sehen. Man kann über Kirchen, Institutionen, Regeln und Entscheidungen diskutieren. Das gehört ebenfalls dazu.
Respekt bedeutet schließlich nicht, dass man keine Fragen stellen darf.
Aber zwischen einer Institution und dem persönlichen Glauben eines Menschen liegt für mich ein Unterschied.
Wenn jemand sagt:
„Mein Glaube gibt mir Halt.“
Warum sollte ich ihm diesen Halt kleinreden?
Ich muss ihn nicht selbst brauchen.
Vielleicht ist das überhaupt etwas, das wir häufiger voneinander lernen könnten.
Nicht alles, was für einen anderen Menschen wichtig ist, muss auch für mich wichtig sein.
Ich muss nicht alles verstehen.
Ich muss nicht alles übernehmen.
Und ich muss schon gar nicht überall meiner Meinung sein.
Manchmal reicht:
Ich respektiere, dass es Dir etwas bedeutet.
Mein Sonntag braucht keine Kirche.
Deiner darf eine haben.
Und vielleicht treffen wir uns später trotzdem beim Kaffee.
Dann erzählst Du mir von Deinem Morgen.
Und ich Dir von meinem.
So einfach könnte es manchmal sein.
💡 Gedanke des Tages:
Respekt beginnt vielleicht nicht dort, wo wir einer Meinung sind. Sondern dort, wo wir akzeptieren können, dass etwas für einen anderen Menschen wichtig ist, obwohl wir selbst keinen Zugang dazu haben.
Hab einen Sonntag, der zu Dir passt.
Man liest sich.
Jürgen
PS:
Und falls Dein persönliches Sonntagsritual heute einfach darin besteht, lange zu frühstücken und anschließend überhaupt nichts Produktives zu tun: Auch dafür gibt es von mir keinerlei Einwände. 😂☕
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Der Morgenblick ist mein täglicher Gruß an Dich.
Und wenn Du magst, geht’s auf @jkpertl weiter.
Bei Instagram und Threads teile ich Gedanken, Alltag, Sonnenmomente und das, was zwischen den Zeilen oft auch noch zu mir gehört. Ich freu mich, wenn Du vorbeischaust.


