Schönen Guten Morgen! ✌🏻
„Wie immer.“ Zwei Worte, mit denen Männer beim Friseur erstaunlich große Verantwortung übertragen. 😂💈
Hier ist Jürgen – Zeit für den Morgenblick!
Heute ist Donnerstag, der 24. September 2026.

Es gibt Männer, die gehen zum Friseur und haben genaue Vorstellungen. Sie wissen, welcher Schnitt es werden soll, wie viele Millimeter an den Seiten stehen bleiben dürfen und können vermutlich sogar erklären, wo welcher Übergang beginnen soll. Und dann gibt es Männer wie mich.

Man setzt sich auf den Stuhl. Der Umhang kommt drumherum. Im Spiegel erscheint der vertraute Kopf und dann kommt die Frage: „Wie machen wir’s?“ „Wie immer.“ Das war’s.

Keine Fotos. Keine ausführliche Beratung. Keine Beschreibung. Zwei Worte müssen reichen. Und erstaunlicherweise reichen sie oft tatsächlich.

Das funktioniert natürlich nur, wenn man seinen Friseur hat. Diesen einen Menschen, der bei „wie immer“ offenbar eine interne Datei öffnet und genau weiß, was zu tun ist.

Seiten kürzer. Oben so. Hinten so. Bart vielleicht noch ein bisschen. Fertig.

Deshalb ist es auch ein kleiner Vertrauensbruch des Universums, wenn man anruft und hört: „Der ist diese Woche im Urlaub.“ Ach. Dann komme ich nächste Woche wieder. 😂

Natürlich könnte man zu jemand anderem gehen. Rein technisch beherrschen vermutlich mehrere Menschen das Schneiden von Haaren.

Aber soll ich wirklich einem vollkommen fremden Menschen erklären, was „wie immer“ bedeutet? Das erscheint mir riskant. Beim Friseur wird ohnehin erstaunlich viel Vertrauen verlangt.

Man sitzt da und kann irgendwann gar nicht mehr richtig erkennen, was gerade passiert. Ohne Brille wird es bei manchen Männern zusätzlich spannend. Dann sieht man im Spiegel hauptsächlich eine leicht verschwommene Version seiner selbst und hofft, dass der Mensch mit der Schere einen Plan hat.

Zwischendurch fällt Haar. Viel Haar. Manchmal erstaunlich viel Haar. Und irgendwann denkt man: War das jetzt nicht ein bisschen sehr viel? Aber da ist es bereits zu spät. Wieder ankleben ist schwierig. Also bleibt man ruhig. 😄

Dann kommt dieser Moment. Der Friseur wuschelt noch einmal durch die Haare, dreht den Stuhl vielleicht ein kleines Stück und fragt: „So okay?“ Jetzt möchte ich einmal wissen: Wie viele Männer schauen in diesem Moment wirklich kritisch in den Spiegel und sagen: „Nein. Das gefällt mir überhaupt nicht.“

Ich vermute: wenige. Die meisten schauen ungefähr drei Sekunden. Links. Rechts. Vielleicht einmal über den Bart streichen. Und dann: „Ja. Super.“ 😂

Selbst wenn man innerlich noch überhaupt nicht weiß, ob es super ist. Das muss man ohnehin erst zuhause feststellen. Denn der Friseur kann die Haare exakt so hinlegen, wie sie gehören. Mit Bürste, Föhn, Wachs und einer Fingerbewegung, für die er vermutlich jahrelang trainiert hat.

Am nächsten Morgen steht man im Badezimmer. Macht die Haare nass. Versucht genau dieselbe Bewegung. Und sieht anschließend vollkommen anders aus. Wie hat der das gestern gemacht? Keine Ahnung. Vielleicht gehört das zum Berufsgeheimnis.

Bei uns Männern kommt irgendwann noch ein weiteres interessantes Thema hinzu: Haare verschwinden manchmal an Stellen, an denen wir sie gerne behalten hätten – und tauchen dafür andernorts mit bemerkenswerter Motivation auf.

Ohr. Nase. Augenbrauen.

Plötzlich entdeckt der Körper vollkommen neue Wachstumsgebiete.

Man möchte sagen: Jungs, falsche Richtung. 😂

Und dann ist da natürlich noch der Bart. Kurz? Länger? Konturen? Selber schneiden? Mitmachen lassen?

Ein Bart kann inzwischen fast genauso viel Aufmerksamkeit verlangen wie die Haare auf dem Kopf.

Trotzdem mag ich Friseurbesuche. Vielleicht gerade, weil sie so ein kleines Ritual sind.

Hinsetzen. Umhang. „Wie immer.“

Eine Weile nichts tun müssen. Vielleicht reden. Vielleicht schweigen.

Und irgendwann steht man wieder auf, schaut in den Spiegel und sieht ein kleines bisschen aufgeräumter aus als vorher.

Nicht vollkommen verändert. Nicht plötzlich ein anderer Mann. Einfach wieder ein bisschen mehr: So passt’s.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum wir irgendwann „unseren“ Friseur haben.

Er kennt nicht nur unsere Haare. Er kennt unser „wie immer“. Und das ist offenbar eine ziemlich wertvolle Information.

💡 Tipp des Tages:
Wenn Du einen Friseur hast, bei dem „wie immer“ tatsächlich funktioniert, behandle ihn gut. Solche Beziehungen sollte man nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. 😂

Komm gut in diesen Donnerstag – und falls heute Friseurtermin ist: Möge „wie immer“ genau das bedeuten, was Du Dir darunter vorstellst.

Man liest sich.
Jürgen

PS:
Falls Dein Friseur nach dem Schneiden fragt: „Passt so?“ und Du schon einmal mit einem überzeugten „Nein“ geantwortet hast, möchte ich Dich kennenlernen. Du besitzt offenbar eine Form von Mut, die mir bisher unbekannt war. 😂💈

Der Morgenblick ist mein täglicher Gruß an Dich.
Und wenn Du magst, geht’s auf @jkpertl weiter.

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