Schönen Guten Morgen! ✌🏻
Es beginnt meistens mit einer Datei. Und irgendwann braucht man freie Sicht, um den Papierkorb zu finden. 😂💻
Hier ist Jürgen – Zeit für den Morgenblick!
Heute ist Mittwoch, der 16. September 2026.

Ich möchte heute über einen Ort sprechen, an dem Ordnung eigentlich ganz einfach wäre.

Keine Schubladen. Keine Schränke. Keine Regale. Kein Staub. Und trotzdem schaffen wir es, dort innerhalb kürzester Zeit ein erstaunliches Durcheinander anzurichten.

Ich spreche vom Desktop auf unserem Rechner. Eigentlich ist die Idee dahinter ja wunderbar. Man legt dort kurz etwas ab. Eine Datei, die man gleich noch braucht. Ein Foto. Ein PDF. Einen Screenshot. Nur kurz. Und genau da beginnt das Problem.

Denn „nur kurz“ ist auf einem Desktop offenbar eine sehr dehnbare Zeitangabe. 😂 Da liegt dann das PDF von gestern. Daneben ein Screenshot von letzter Woche. Drei Bilder, die man irgendwann noch bearbeiten wollte. Eine Rechnung. Ein Word-Dokument. Noch ein Screenshot. Eine Datei, bei der man keine Ahnung mehr hat, warum man sie überhaupt heruntergeladen hat.

Und natürlich: „Dokument final.docx“
Direkt daneben: „Dokument final 2.docx“
Und selbstverständlich: „Dokument final WIRKLICH FINAL.docx“
Spätestens bei „final_neu_final2“ hat man die Kontrolle über sein digitales Leben verloren. 😂

Screenshots sind ohnehin eine besondere Spezies.
Man macht sie, weil man denkt: Das brauche ich noch.
Wofür? Das weiß in diesem Moment nur das Universum.
Drei Wochen später schaut man auf ein Bild irgendeiner Website und versucht herauszufinden, was daran damals so wichtig gewesen sein könnte, dass es für die Ewigkeit konserviert werden musste. Keine Ahnung.

Aber sicherheitshalber lässt man es noch liegen. Man könnte es ja noch brauchen. Und genau dieser Satz ist vermutlich für mindestens 40 Prozent des digitalen Chaos verantwortlich. Das könnte ich noch brauchen. Wir kennen ihn übrigens aus dem echten Leben. Kabel. Schachteln. Bedienungsanleitungen. Diese eine Schraube. Und eben Dateien.

Digitales Ausmisten hat dabei einen großen Vorteil. Man muss nichts zum Wertstoffhof fahren. Man braucht keine Müllsäcke. Man muss keine Kisten schleppen. Eigentlich müsste man nur: anschauen, entscheiden, löschen. Eigentlich. Denn dann findet man plötzlich einen Ordner von 2019. Und darin Fotos. Dann schaut man kurz. Nur kurz.

Zwanzig Minuten später befindet man sich auf einer vollkommen ungeplanten Zeitreise und weiß nicht mehr, warum man eigentlich angefangen hat. Der Desktop ist noch immer voll. Aber dafür weiß man jetzt wieder, was man im August 2019 gegessen hat. Auch schön. 😂

Irgendwann kommt dann aber dieser seltene Moment. Man nimmt sich die Zeit. Dateien kommen dorthin, wo sie hingehören. Ordner werden angelegt. Unnötiges wird gelöscht. Screenshots verschwinden. Der Papierkorb wird geleert. Und plötzlich: Desktop. Da ist tatsächlich ein Hintergrundbild! Wer hätte das gedacht?

Man schaut auf diesen wunderbar freien Bildschirm und denkt: So bleibt das jetzt. Ab heute wird jede Datei sofort ordentlich abgelegt. Kein Chaos mehr. Neue digitale Ära. Drei Tage später: Screenshot. PDF. Bild. „Dokument final“. Na gut. Es war schön, solange es gedauert hat.

💡 Tipp des Tages:
Nimm Dir heute zehn Minuten für Deinen Desktop. Nicht den ganzen Rechner. Keine große Aufräumaktion. Einfach zehn Minuten löschen, sortieren und ablegen. Vielleicht findest Du dabei sogar Dein Hintergrundbild wieder.

Komm gut in diesen Mittwoch – und denk daran: „final_final_neu2“ ist kein vernünftiger Dateiname.

Man liest sich.
Jürgen

PS:
Falls Dein Desktop vollkommen leer und perfekt sortiert ist: Glückwunsch. Aber ich bin mir noch nicht sicher, ob ich Dir vertrauen kann. 😂💻

Der Morgenblick ist mein täglicher Gruß an Dich.
Und wenn Du magst, geht’s auf @jkpertl weiter.

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