Schönen Guten Morgen! ✌🏻
Sie hat einen kleinen Sprung, der Rand hat bessere Zeiten gesehen – und wehe, jemand schlägt vor, sie wegzuwerfen. 😂☕
Hier ist Jürgen – Zeit für den Morgenblick!
Heute ist Mittwoch, der 9. September 2026.
Ich habe da diese eine Tasse. Du vielleicht auch. Sie ist nicht unbedingt die schönste im Schrank. Vielleicht war sie das irgendwann einmal. Inzwischen sieht man ihr jedenfalls an, dass sie schon eine ganze Weile dabei ist. Der Rand ist ein bisschen abgenutzt. Vielleicht gibt es irgendwo einen kleinen Sprung. Der Aufdruck war vermutlich auch einmal kräftiger. Und wenn man ganz sachlich an die Sache herangehen würde, müsste man irgendwann sagen: Die könnte eigentlich mal weg.
Nein. Kann sie nicht. 😄
Denn das ist meine Tasse. Natürlich stehen im Schrank andere. Neuere. Schönere. Welche, die man einem Gast vermutlich eher hinstellen würde. Aber morgens? Da greift die Hand trotzdem zu dieser einen. Ganz automatisch. Sie liegt richtig in der Hand. Der Henkel passt. Es geht genau die richtige Menge hinein. Und irgendwie schmeckt der erste Kaffee daraus einfach so, wie der erste Kaffee schmecken soll. Ob das physikalisch erklärbar ist? Vermutlich nicht.
Ist mir aber auch egal. 😂
Ich finde solche Dinge schön. Gegenstände, die irgendwann aufgehört haben, einfach nur Gegenstände zu sein. Nicht weil sie besonders teuer waren. Nicht weil irgendein Designer seinen Namen daraufgeschrieben hat. Und auch nicht, weil sie später einmal einen Sammlerwert haben werden. Sondern weil sie zu unserem Alltag gehören. Vielleicht war die Tasse ein Geschenk. Vielleicht haben wir sie irgendwo im Urlaub gekauft. Vielleicht stammt sie aus einem Büro, in dem wir vor vielen Jahren gearbeitet haben. Oder wir haben überhaupt keine Ahnung mehr, wo sie eigentlich herkommt.
Auch egal. Sie war einfach da. An hunderten Morgen. Vielleicht an tausenden. Sie stand neben uns, wenn der Tag gut angefangen hat. Und vermutlich auch an einigen Morgen, an denen wir lieber wieder ins Bett gegangen wären. Sie hat Kaffee getragen. Tee. Vielleicht Kakao. Und wahrscheinlich stand irgendwann auch schon einmal ein Getränk darin, das wir anschließend vergessen und Stunden später wiedergefunden haben.
Das gehört zur vollständigen Tassenbiografie dazu. 😄
Natürlich klingt das ein bisschen verrückt. Es ist schließlich nur eine Tasse. Aber vielleicht sind genau solche Dinge ein Grund dafür, warum sich ein Zuhause irgendwann nach Zuhause anfühlt. Nicht die perfekt aufeinander abgestimmten Sachen. Nicht das Neue. Nicht das Teure. Sondern diese kleinen vertrauten Dinge. Die Macke im Tisch. Der Sessel, dessen Lieblingsplatz längst feststeht. Die Decke auf dem Sofa. Und eben diese eine Tasse.
Wir kennen sie. Wir mögen sie. Sie gehört einfach dazu. Manche Dinge sind nicht besonders wertvoll. Aber sie sind uns etwas wert. Und das ist ein Unterschied. Deshalb darf meine Tasse bleiben. Auch wenn der Rand irgendwann noch ein bisschen abgenutzter aussieht. Auch wenn daneben fünf schönere stehen. Und sollte irgendwann jemand auf die Idee kommen, beim Aussortieren zu fragen: „Brauchst Du die wirklich noch?“ gibt es nur eine richtige Antwort: Ja.
Begründung abgeschlossen. 😂☕
💡 Tipp des Tages:
Benutz heute einmal ganz bewusst etwas, das Du schon lange hast und gerne magst. Nicht alles muss irgendwann durch etwas Neueres ersetzt werden.
Komm gut in diesen Mittwoch – und genieß Deinen ersten Kaffee heute ruhig aus Deiner Lieblingstasse.
Man liest sich.
Jürgen
PS:
Falls meine Lieblingstasse irgendwann tatsächlich auseinanderfällt, werde ich selbstverständlich sehr erwachsen damit umgehen. Nach einer angemessenen Trauerphase von etwa drei bis fünf Werktagen. 😂☕
—
Der Morgenblick ist mein täglicher Gruß an Dich.
Und wenn Du magst, geht’s auf @jkpertl weiter.
Bei Instagram und Threads teile ich Gedanken, Alltag, Sonnenmomente und das, was zwischen den Zeilen oft auch noch zu mir gehört. Ich freu mich, wenn Du vorbeischaust.


