Bildhinweis: KI-generierte Illustration. Gestaltung: maennerformat.

Die wichtigsten Schritte zur neuen TÜV-Plakette

Manchmal geht sie im Alltag einfach unter: die nächste Hauptuntersuchung fürs Auto. Es passiert schnell, dass die bunte Plakette am hinteren Kennzeichen ihr Ablaufdatum still und leise überschreitet. Wer dann morgens in den Wagen steigt und zur Arbeit fährt, begeht streng genommen bereits eine Ordnungswidrigkeit. Was genau jetzt zu tun ist, erklärt die Debeka, eine der größten Versicherungen und Bausparkassen in Deutschland.

Schritt 1: Ruhe bewahren, aber sofort handeln

Ein abgelaufener TÜV ist kein Beinbruch. Der Gesetzgeber sieht bei bis zu zwei Monaten Überziehung noch keine Geldbuße vor, wohl aber eine Verwarnung. Wer länger wartet, zahlt ein Bußgeld, wenn er in eine Verkehrskontrolle gerät:

  • zwischen zwei und vier Monaten Überschreitung werden laut Bußgeldkatalog 15 Euro fällig,
  • zwischen vier und acht Monaten 25 Euro,
  • und wer mehr als acht Monate ohne gültige Plakette fährt, riskiert 60 Euro Bußgeld plus einen Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg.

Also: Wenn auffällt, dass der TÜV abgelaufen ist, sofort einen Termin bei einer anerkannten Prüforganisation vereinbaren – sei es TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS. Verantwortlich für die Einhaltung der Prüfintervalle ist der Fahrzeughalter.

Schritt 2: Direkt zur Prüfstelle

Eigentlich darf man mit abgelaufener Plakette nur noch auf dem direkten Weg zur Prüfstelle fahren. Dieser Weg gilt als ausdrücklich erlaubt, Umwege dagegen nicht. Wer bei einer Verkehrskontrolle keinen Prüftermin vorweisen kann oder einen anderen Zielort ansteuert, dem drohen die gestaffelten Bußgelder.

Schritt 3: Vorab Mängel prüfen – das spart Zeit und Geld

Mehr als zwei Monate sind seit der Fälligkeit vergangen? Dann steht bei der Hauptuntersuchung automatisch eine sogenannte vertiefte HU an – eine Ergänzungsuntersuchung, die etwa 20 Prozent mehr kostet als die normale Prüfung. Wer einen Werkstattcheck vorab durchführen lässt, erhöht die Chance, dass das Fahrzeug die Prüfung beim ersten Anlauf besteht und keine kostenpflichtige Nachuntersuchung nötig wird. Besonders häufige Mängel: falsch eingestellte Beleuchtung, Mängel an Achsen, Rädern und Reifen sowie Bremsanlage. Ein Schnellcheck dieser Bereiche lohnt fast immer. Viele Werkstätten bieten einen TÜV-Service an: Entweder kommt eine berechtigte Prüfperson dorthin oder die Werkstatt führt das Fahrzeug bei der Prüfstelle vor.

Schritt 4: Nicht bestanden? Frist für die Nachuntersuchung nutzen

Was, wenn das Fahrzeug beim TÜV-Termin durchfällt? Dann gewährt der Gesetzgeber einen Monat Zeit, um festgestellte Mängel zu beheben und das Fahrzeug zur Nachuntersuchung vorzuführen. Die Nachprüfung selbst ist günstiger als eine vollständige Hauptuntersuchung. Wird die einmonatige Frist versäumt, muss die vollständige Hauptuntersuchung erneut und mit den vollen Prüfkosten durchgeführt werden.

Gilt Kfz-Versicherung bei abgelaufenem TÜV?

Versicherungsschutz in der Kfz-Haftpflicht bzw. Kaskoversicherung besteht in den meisten Fällen auch mit abgelaufenem TÜV. Aber es kann eine Mithaftung drohen, wenn man mit einem technisch nicht einwandfreien Fahrzeug in einen Unfall verwickelt wird. Wenn etwa ohne Fahrzeugmängel die vollständige Haftung beim Unfallgegner liegen würde. Das gilt allerdings unabhängig von einer gültigen TÜV-Plakette. Tipp: Wer die TÜV-Fristen einhält, fährt sicherer.

Quelle: Debeka Allgemeine Versicherung AG

Die Angaben zu Hauptuntersuchung, Bußgeldern und Versicherungsschutz dienen der allgemeinen Information und basieren auf der genannten Quelle. Maßgeblich sind die jeweils geltenden gesetzlichen und vertraglichen Regelungen.