Bildhinweis: KI-generierte Illustration. Gestaltung: maennerformat.

Finanzielle Unabhängigkeit, keine Schulden, ähnliches Geldverhalten – die Wunschliste an den zukünftigen Partner oder Partnerin ist lang. Doch wie offen zeigen sich Singles selbst, wenn es ums eigene Portemonnaie geht? Eine aktuelle bevölkerungsrepräsentative Studie der Dating-App Parship mit mehr als 3.000 Frauen und Männern in Deutschland zeigt: Bei Geld und Liebe klaffen Anspruch und Offenheit manchmal auseinander – vor allem zwischen den Geschlechtern.

  • 6 von 10 Singles erwarten finanzielle Unabhängigkeit – Frauen deutlich häufiger als Männer
  • Jede:r Zweite legt in der Beziehung Wert auf ähnliches Geldverhalten – ein vergleichbares Einkommen ist weniger wichtig
  • Nur etwa jede:r Zweite weiß, was der oder die Partner:in verdient

Wer finanziell auf eigenen Beinen steht, kann einer neuen Liebe auf Augenhöhe begegnen – ohne versteckte Abhängigkeiten oder unausgesprochene Erwartungen. Genau das scheint vielen Singles wichtig zu sein: Für 6 von 10 (61 Prozent) zählt, dass ihr Gegenüber finanziell unabhängig ist. Mit den Lebensjahren wächst dieser Anspruch: Während in den 40ern und 50ern jeweils 64 Prozent darauf achten, sind es bei den 60- bis 69-Jährigen bereits 7 von 10 (71 Prozent).

Eng damit verbunden: der Wunsch nach einem schuldenfreien Gegenüber als solides Fundament. 56 Prozent der Singles finden das relevant, unter den 60- bis 69-Jährigen sogar fast 2 von 3 (64 Prozent). Besonders auffällig: 70 Prozent der Frauen achten auf finanzielle Unabhängigkeit, knapp zwei Drittel (65 Prozent) bevorzugen einen Partner ohne Altlasten. Männer zeigen sich dagegen deutlich entspannter – hier sind es 52 Prozent beziehungsweise 47 Prozent.

„Wenn Frauen bei der Partnerwahl genauer auf finanzielle Stabilität schauen, ist das kein materialistisches Anspruchsdenken, sondern zeigt, wie bedeutsam für sie Autonomie geworden ist. Noch immer tragen sie häufiger die ökonomischen Nachteile durch Care-Arbeit, Teilzeit oder den Gender-Pay-Gap. Diese Erfahrung prägt das Sicherheitsbedürfnis. Zugleich zeigt sich ein Wandel: Frauen wünschen sich keinen Versorger mehr, sondern ein Gegnüber, das ebenso selbstverantwortlich im Leben steht wie sie selbst. Es geht um Partnerschaft auf Augenhöhe.“

Lisa Fischbach, Parship-Psychologin, Expertin für Matchmaking & Beziehungen

Nicht das Gehalt zählt, sondern der Umgang damit – findet jede:r Zweite

Spendabel oder sparsam, spontan oder strategisch – wie jemand mit Geld umgeht, verrät mehr über den Charakter als jede Gehaltsabrechnung. Für jede:n Zweite:n (50 Prozent) ist ein ähnlicher Umgang mit Geld wichtig. Ein ähnliches Einkommen in einer Beziehung interessiert hingegen nur etwa jede:n Fünfte:n (22 Prozent). Ob Geringverdiener:in oder Spitzengehalt – entscheidend ist offenbar, was am Monatsende damit passiert.

Mehr als jede:r Vierte (27Prozent) wünscht sich zudem, dass der oder die Partner:in in Geldanlage und Altersvorsorge investiert. In den 50ern (21 Prozent) und den 60ern (20 Prozent) gibt es daran immer weniger Interesse: Wer selbst vorgesorgt hat, braucht offenbar keinen Finanzcoach als Partner:in mehr.

Und wie sieht es in Sachen Sparsamkeit aus? Für 3 von 10 Singles (30 Prozent) ein Pluspunkt – über alle Altersgruppen hinweg. Männer achten mit 33 Prozent etwas häufiger auf ein sparsames Gegenüber als Frauen (27 Prozent).

„In einer Partnerschaft geht es beim Thema Geld weniger um die konkrete Höhe des Einkommens als vielmehr um ein gemeinsames Werteverständnis. Ein ähnlicher Umgang mit Geld kann viele Konflikte im Alltag vermeiden. Sparen, Konsum oder Vorsorge zeigen oft die Einstellung zu Themen wie Sicherheit, Genuss oder Zukunftsorientierung. Genau die Haltung zu diesen Apsekten entscheidet oft darüber, wie harmonisch Paare ihren Alltag gestalten.“

Markus Ernst, Parship-Psychologe, Single-Experte und Beziehungs-Coach

Traumhaus, Weltreise, Luxusleben: Je älter, desto unwichtiger

Gemeinsam aufs Eigenheim sparen, die große Reise planen, finanzielle Träume teilen – für knapp 6 von 10 Singles (57 Prozent) sind ähnliche Ziele ein Kriterium bei der Partnerwahl. Aber mit zunehmendem Alter werden solche gemeinsamen Vorhaben weniger relevant: In der Gen Z träumen noch 61 Prozent von gemeinsamen Großprojekten, bei den 40- bis 49-Jährigen sind es 56 Prozent, in den 60ern nur noch jede:r Zweite (51 Prozent). Vermutlich, weil in dem Alter viele große Lebensziele bereits abgehakt sind.

Auch der Wunsch nach einem teureren Lifestyle verliert mit den Jahren an Reiz. Ein Viertel der Gen Z (25 Prozent) hofft auf ein Gegenüber, das einen Lebensstil ermöglicht, den man sich allein nicht leisten könnte. In den 40ern gilt das nur noch für etwa jede:n Sechste:n (15 Prozent). Champagner-Träume weichen offenbar dem Wunsch nach soliden, planbaren Verhältnissen. Ein Muster zieht sich dabei durch alle Ergebnisse: Frauen legen mit 63 Prozent deutlich mehr Wert auf ähnliche finanzielle Ziele als Männer (51 Prozent) – das Thema Geld spielt bei ihnen insgesamt eine größere Rolle.

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Beim eigenen Kontostand schweigen viele Singles

Erwartungen an eine:n neue:n Partner:in sind das eine – das eigene Verhalten in der Vergangenheit das andere. Bei Geldthemen stößt die Offenheit auf Grenzen: Nur etwa jede:r Zweite (53 Prozent) hat in der letzten Beziehung verraten, wie viel er oder sie verdient. Knapp jede:r Dritte (34 Prozent) legte das eigene Vermögen offen – bei den 60- bis 69-Jährigen sind es 41 Prozent. Bei Schulden und Krediten wird es noch stiller: Nur gut jede:r Vierte (28 Prozent) sprach in der letzten Beziehung darüber. In den 40ern liegt der Anteil mit 26 Prozent noch leicht unter dem Schnitt. In den 50ern steigt er auf 31 Prozent und in den 60ern auf 33 Prozent. Das muss aber nicht nur am Alter selbst liegen – ältere Singles blicken häufiger auf längere Partnerschaften zurück, in denen Offenheit bei Geldthemen ohnehin wächst.

Doch nicht alle teilen diesen Wunsch nach Transparenz: Mehr als jede:r vierte Single (26 Prozent) hat in der letzten Beziehung gar keine finanziellen Informationen preisgegeben. Besonders ausgeprägt ist diese Zurückhaltung bei den Älteren: Ein Drittel der 60- bis 69-Jährigen (33 Prozent) behielt Kontostand und Co. für sich.

Und wo stößt die Intimität auf Grenzen? Beim Zugang zum Konto. PIN-Codes hat nur jede:r Achte (12 Prozent) geteilt, Online-Banking-Zugänge sogar nur jede:r Zwölfte (8 Prozent) – quer durch alle Altersgruppen. Vertrauen hat eben Grenzen, auch in der Liebe.

Über die Studie

Für die vorliegende repräsentative Studie hat Parship gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut INNOFACT AG 3.056 Personen aus Deutschland im Alter von 18 bis 69 Jahren zum Thema „KI beim Dating“ befragt. Die Stichprobe entspricht nach Alter, Geschlecht und Region der repräsentativen Verteilung in der deutschen Bevölkerung. Die unabhängige Online-Erhebung fand im September 2025 statt.

Quelle: Parship

Die dargestellten Ergebnisse beruhen auf einer von Parship beauftragten repräsentativen Befragung. Die Aussagen spiegeln die erhobenen Einstellungen der Befragten zum Zeitpunkt der Erhebung wider und sind nicht als allgemeingültige Aussagen über alle Singles zu verstehen.