Schönen Guten Morgen! ✌🏻
Seit ich keinen Zucker mehr esse, habe ich etwas Interessantes festgestellt: Offenbar muss ich das begründen. 😂
Hier ist Jürgen – Zeit für den Morgenblick!
Heute ist Dienstag, der 22. September 2026.

Es gibt Gespräche, die könnten sehr kurz sein. Zum Beispiel: „Magst Du ein Stück Kuchen?“ – „Nein danke.“ Ende. Zwei Menschen gehen zufrieden ihres Weges. Der eine mit Kuchen. Der andere ohne. So zumindest die Theorie.

In der Praxis folgt erstaunlich häufig: „Gar keinen?“ Nein. „Nicht mal ein kleines Stück?“ Nein. „Warum denn nicht?“ Und plötzlich befindest Du Dich in einer Situation, in der Du Deine persönliche Ernährung vor einem spontan einberufenen Untersuchungsausschuss verteidigen musst. 😂

Ich esse keinen Zucker. Also jedenfalls keinen zugesetzten Zucker. Dass beispielsweise in Obst natürlicherweise Zucker steckt, ist mir bekannt. Bevor wir jetzt auch noch diesen Untersuchungsausschuss einberufen. 😄

Das ist einfach eine Entscheidung, die ich für mich getroffen habe. Nicht als Mission. Nicht, weil ich anderen Menschen den Kuchen vom Teller nehmen möchte. Und schon gar nicht, weil ich beim Bäcker stehen und anderen Leuten missbilligend beim Kauf einer Nussschnecke zuschauen möchte.

Esst Eure Nussschnecken. Sehr gerne sogar. Ich möchte nur keine.

Eigentlich erstaunlich unkompliziert. Und trotzdem habe ich das Gefühl, dass Essen zu den Dingen gehört, bei denen ein einfaches Nein manchmal nicht genügt.

Kein Alkohol? Warum? Kein Fleisch? Warum? Keine Süßigkeiten? Warum? Keine Sahne? Verträgst Du die nicht? Keinen Kuchen? Bist Du auf Diät?

Manchmal möchte man antworten: Nein. Ich möchte einfach keinen Kuchen. 😂

Interessant ist nämlich: Wenn jemand sagt: „Ich nehme zwei Stück“, fragen erstaunlich wenige: „Warum?“ Dabei wäre das doch mindestens genauso spannend. 😄

Vielleicht liegt es daran, dass gemeinsames Essen eben mehr ist als reine Nahrungsaufnahme. Es gehört zu unserer Kultur. Zu Einladungen. Zu Feiern. Zur Familie. Kaffee und Kuchen. Ein Glas zum Anstoßen. Noch eine Portion. „Komm, nimm doch noch.“

Das ist oft sogar liebevoll gemeint. Essen verbindet. Und wenn einer plötzlich sagt: Für mich nicht, wirkt das manchmal fast so, als würde er nicht nur das Stück Kuchen ablehnen, sondern gleich die ganze gemeinsame Situation.

Dabei kann ich wunderbar mit Dir am Tisch sitzen, während Du Kuchen isst. Ich brauche dafür keinen eigenen. Ich kann Dir sogar sagen, dass er hervorragend aussieht. Und das meine ich möglicherweise vollkommen ernst. Ich möchte ihn trotzdem nicht essen.

Das eine schließt das andere nicht aus.

Vielleicht sollten wir uns deshalb bei Essen ein bisschen öfter gegenseitig in Ruhe lassen. Natürlich darf man fragen. Vielleicht interessiert es jemanden wirklich. Vielleicht entsteht daraus sogar ein gutes Gespräch. Aber spätestens nach der Antwort sollte auch ein „Ach so. Alles klar.“ möglich sein.

Ohne Überredungsversuch. Ohne Rechtfertigung. Ohne: „Einmal kannst Du doch.“

Denn wenn jemand etwas für sich entschieden hat, muss diese Entscheidung nicht erst von allen Menschen am Tisch genehmigt werden. Und manchmal ist ein Nein eben keine Einladung zu einer Ernährungsdebatte.

Es bedeutet einfach: Nein danke.

Mehr nicht.

Du darfst den Kuchen übrigens trotzdem essen. Und falls Du mein Stück möchtest: Darüber können wir reden. 😂

💡 Tipp des Tages:
Wenn Dir heute jemand etwas anbietet, das Du nicht möchtest, probier es ruhig einmal mit einem einfachen „Nein danke“. Ohne lange Erklärung. Und wenn jemand anderes Nein sagt, lassen wir es vielleicht genauso selbstverständlich stehen.

Komm gut in diesen Dienstag – mit Zucker, ohne Zucker oder genau so, wie es für Dich passt.

Man liest sich.
Jürgen

PS:
Ich möchte ausdrücklich festhalten, dass ich keinerlei persönliche Feindschaft gegenüber Kuchen hege. Wir haben lediglich beschlossen, getrennte Wege zu gehen. 😂🍰

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Der Morgenblick ist mein täglicher Gruß an Dich.
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