Ende Oktober. Der Kalender behauptet, wir hätten Herbst. Draußen fühlt es sich allerdings schon verdächtig nach Winter an. Und ich frage mich langsam, ob wir die schöne Jahreszeit dazwischen einfach übersprungen haben.
Eigentlich mag ich den Herbst. Zumindest einen bestimmten Herbst.
Den mit goldenem Sonnenlicht, bunten Blättern und diesen Nachmittagen, an denen man noch draußen sitzen kann. Vielleicht mit einer leichten Jacke, vielleicht sogar noch ohne. Die Sonne wärmt das Gesicht, die Luft ist angenehm frisch und alles fühlt sich ein bisschen gemütlicher an.
So stelle ich mir den Herbst vor.
Und dann mache ich derzeit die Haustür auf.
Kalt.
Nicht ein bisschen frisch. Nicht angenehm herbstlich. Sondern so kalt, dass ich mich frage, ob ich beim Blick auf den Kalender irgendetwas übersehen habe.
Hat jemand den Herbst abgekürzt?
Wir haben Ende Oktober. Eigentlich liegt noch ein gutes Stück Herbst vor uns. Zumindest auf dem Papier.
Aber draußen sieht die Sache anders aus.
Grauer Himmel, kalter Wind und Temperaturen, bei denen man sich morgens ernsthaft überlegt, ob die Winterjacke nicht längst die bessere Entscheidung wäre.
Die Heizung ist wieder ein Thema. Die Fenster bleiben kürzer offen. Und während ich vor ein paar Wochen noch darüber nachgedacht habe, wie lange ich die kurzen Hosen tragen kann, geht es inzwischen eher darum, wie viele Kleidungsschichten notwendig sind, um nicht zu frieren.
Besonders mein Rücken hat dazu eine ziemlich eindeutige Meinung.
Der Kalender sagt Herbst. Mein Rücken sagt Winter.
Und ich fürchte, mein Rücken gewinnt diese Diskussion.
Wo ist eigentlich der goldene Oktober?
Vielleicht bin ich da etwas anspruchsvoll. Aber ich hätte schon gerne noch ein paar dieser wunderbaren Herbsttage.
Sonne, ein bisschen Wärme, bunte Blätter. Einen Nachmittag, an dem man gemütlich durch die Stadt spaziert und sich anschließend irgendwo draußen hinsetzt.
Stattdessen bekommt man derzeit häufiger das Gefühl, dass sich der November schon einmal unangemeldet vorgestellt hat.
Natürlich weiß ich, dass der Herbst nicht ausschließlich aus Sonnenschein besteht. Regen, Nebel und kalte Tage gehören genauso dazu.
Aber ein bisschen goldener Oktober wäre doch noch schön gewesen.
Gerade weil der Winter anschließend ohnehin genügend Gelegenheit bekommt, uns mit Kälte und Dunkelheit zu versorgen.
Ich bin noch nicht bereit für Winter
Vielleicht ist das mein eigentliches Problem.
Ich bin innerlich noch gar nicht so weit.
Gefühlt war gerade erst Sommer. Lange Abende, warme Luft, offene Fenster und dieses wunderbare Gefühl, dass man nicht ständig überlegen muss, welche Jacke man braucht.
Und jetzt?
Jetzt wird es am Nachmittag schon wieder früher dunkel. Die warme Kleidung wandert nach vorne im Schrank und die Heizung gehört plötzlich wieder zum Alltag.
Ich weiß, dass die Jahreszeiten wechseln. Das machen sie schließlich jedes Jahr.
Aber müssen sie dabei immer so eilig sein?
Ein bisschen Herbst hätte ich noch gerne
Vielleicht bekommen wir ja noch ein paar schöne Tage. Ein wenig Sonne, mildere Temperaturen und diesen besonderen Herbstzauber, den ich eigentlich so gerne mag.
Ich würde mich jedenfalls freuen.
Bis dahin ziehe ich meine Jacke etwas enger, stecke die Hände in die Taschen und stelle fest, dass ich mich wohl langsam mit der kälteren Jahreszeit anfreunden muss.
Zumindest vorübergehend.
Denn offiziell ist noch Herbst.
Und solange das so ist, bestehe ich auf wenigstens ein bisschen Herbstgefühl.
Winter kann schließlich noch früh genug werden.
Bleib Echt. Bleib Du! 🧡
Man liest sich.
Jürgen


